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Digitales Leerstandsmanagement: Lüneburg ist eine von bundesweit 15 Modellkommunen

LÜNEBURG. Die Corona-Pandemie hat in vielen deutschen Innenstädten wie ein Brandbeschleuniger in Sachen Leerstand gewirkt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken hat das IFH Köln nun das Projekt „Digitales Leerstands- und Ansiedlungsmanagement“ gestartet. Gefördert wird dieses vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Bundesweit nehmen 15 Modellkommunen an dem Projekt teil, dessen Ziel es ist, eine digitale Lösung für aktives Ansiedlungsmanagement in deutschen Städten zu entwickeln und zu erproben. Die Hansestadt Lüneburg ist eine dieser 15 Modellkommunen. Der Rat hat bereits grünes Licht gegeben.

In diese leerstehenden Geschäftsräume an der Straße Am Berge wird zeitnah ein Pop-up-Store einziehen. Doch es gibt weitere Leerstände in der Lüneburger Innenstadt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, nimmt die Hansestadt als eine von 15 Modellkommunen am Projekt des IFH Köln teil.

Im Kern des Projektes geht es um die Frage, wie Kommunen der drohenden Verödung durch Leerstände entgegenwirken und gleichzeitig aktiv multifunktionale Stadtzentren gestalten können, in denen Handel, Gastronomie, Kultur und Bildungsangebote zusammenspielen. „Die Beteiligung an diesem Projekt ist ein wichtiger Baustein zur Anpassung unserer Innenstadt an aktuelle und künftige Herausforderungen“, sagt Melissa Duda, die als Leiterin der Stabstelle „Strategische Innenstadtentwicklung und dezernatsübergreifende Fördermittelprogramme“ für die Umsetzung des Projekts zuständig ist.

Stufenweise soll bis Ende 2022 ein fertiges Konzept entstehen, mit dem dann Kommunen bundesweit arbeiten sollen:

1. Leerstandserfassung: quantitative Erfassung von leerstehenden oder leerfallenden Immobilien mit der Möglichkeit, Leerstand auch digital zu erfassen.

2. Datenanreicherung: Erfassung aller Gewerbeimmobilien sowie Nutzungsoptionen und weiteren Daten, wie zum Beispiel Passantenfrequenzen. Dazu Dialog mit der Immobilienwirtschaft, um möglichen Leerstand frühzeitig zu erkennen.

3. Standortentwicklung: Identifikation von Anbietern und „Anforderungsmatching“ zur aktiven und zukunftsfähigen Standortentwicklung.

„Es geht darum, neben den Leerständen auch wichtige Indikatoren beziehungsweise Standortfaktoren für Gewerbetreibende digital zugänglich zu machen“, erläutert Duda. Das IFH Köln schreibt in einer Pressemitteilung zu dem Projekt vom „Tinder für Innenstadtimmobilien“. In der Online-Dating-App suchen Männer und Frauen nach dem passenden Partner oder der passenden Partnerin. Bei dem Modellprojekt dagegen werden Gewerbetreibende und leerstehende Immobilien zusammengeführt.

Für die Hansestadt Lüneburg entstehen durch die Teilnahme als Modellkommune insbesondere drei große Vorteile:

– Lüneburg bekommt kostenfrei das zu dem Zeitpunkt beste Leerstands- und Ansiedlungsmanagement-System und profitiert von der Weiterentwicklung.

– Lüneburg kann den Standard als teilnehmende Modellstadt mitgestalten.

– Lüneburg bekommt ein Netz von Frequenzzählern im Innenstadtbereich.

Grundlage für das Gelingen des Projektes beziehungsweise des Prozesses, Innenstädte in ihrer Nutzung neu zu denken, ist ein gutes Miteinander aller Beteiligten, wie Oberbürgermeister Ulrich Mädge betont: „Wir haben in unserem Innenstadtbeirat schon viele ins Gespräch gebracht: Vermieterinnen und Vermieter, Unternehmerinnen und Unternehmer aus Handel und Gastronomie, Kulturschaffende und weitere Gruppen. Nur zusammen können wir erfolgreich sein.“

PR
Foto: Hansestadt Lüneburg




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