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Förderantrag ist gestellt: Hansestadt plant Micro-Depot an den Sülzwiesen

LÜNEBURG. Wie viele andere Bereiche des Verkehrs soll auch Lüneburgs Innenstadtlogistik nachhaltiger und von CO2 befreit werden. Ein Baustein dafür ist bereits seit einiger Zeit im Gespräch und nimmt jetzt konkretere Formen an: Die Hansestadt plant ein sogenanntes Micro-Depot in unmittelbarer Innenstadtnähe, konkret: auf zwei Parkplätzen für Reisebusse an den Sülzwiesen. Einen entsprechenden Förderantrag für das Programm „Städtische Logistik“ hat die Verwaltung in der vergangenen Woche bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen eingereicht.

Das Micro-Depot – bestehend aus zwei 40-Fuß-Übersee-Containern – dient als Zwischenlager, in dem Lieferungen sowohl für Gewerbetreibende als auch Anwohnerinnen und Anwohner in der Innenstadt vorübergehend aufbewahrt werden können. „Von dort können sie dann per E-Lastenrad in die Stadt transportiert werden“, erklärt Mobilitätsbeauftragter Lennart Pusch.

„Für den Standort an den Sülzwiesen sprechen gleich mehrere Faktoren“, fügt Pusch hinzu. Die Innenstadt ist mit dem E-Lastenrad schnell zu erreichen, erforderliche Elektrik und Sanitäranlagen sind vorhanden. Der wichtigste Aspekt ist aber: „Der Platz ist für Lkw gut anzufahren, so halten wir diese effektiv aus der Innenstadt heraus“, erläutert Lennart Pusch. Die Lüneburg Marketing GmbH schätze zudem den Verzicht auf zwei Reisebusstellplätze für den Projektzeitraum von 5 Jahren als verkraftbar ein.

Die Hansestadt übernimmt die Aufgabe, das Depot mit allen Anforderungen der Grundversorgung aufzustellen, und vermietet dann einzelne Abschnitte an lokale und überregionale Akteurinnen und Akteure der Logistikbranche. Diese verschicken von dort aus Pakete und andere Warensendungen Richtung Innenstadt. Doch auch der umgekehrte Weg – also hinaus aus der Innenstadt – ist möglich: Sendungen aus der Innenstadt können im Depot gelagert und gesammelt für den weiteren Versand abgeholt werden.

„Über eine Verlagerung von zehn Prozent der Paketmenge würden wir uns freuen“, blickt Nachhaltigkeitsdezernent Markus Moßmann voraus, um direkt eine weitere Zahl hinzuzufügen: „Über die Projektlaufzeit von fünf Jahren könnten wir so schätzungsweise bis zu 1.000 Tonnen CO2 einsparen.“ Zum einen ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, zum anderen eine Attraktivitätssteigerung der Innenstadt, weil weniger sperrige Fahrzeuge dort unterwegs sind.

Die Container selbst sollen mit Holzelementen verkleidet und mittelfristig begrünt werden, damit sie sich in die grüne Umgebung der Sülzwiesen einpassen. Je nach Zusage des Förderbescheids wird das Vorhaben spätestens im August 2022 eingeweiht. Bevor die Hansestadt den Förderantrag gestellt hat, bewarb die Verwaltung das Projekt bereits und erhielt von einem guten Dutzend starker lokaler und regionaler Partner Zusagen für die Unterstützung des Depots.

Das Konzept hatte die Hansestadt gemeinsam mit der Süderelbe AG entwickelt. Ursprünglich war eine ohnehin schon angemietete Lagerhalle am Bahnhof als Standort für das Micro-Depot ins Auge gefasst worden. Diese wird seitens der Eigentümerin, der Deutschen Bahn (DB), jedoch in den kommenden Jahren abgerissen. Hiervon hatte die DB die Stadt leider erst in Kenntnis gesetzt, als die ersten Planungen für das Micro-Depot schon angelaufen waren. So kam es leider zu Verzögerungen und letztlich zu der Idee, das Konzept an den Sülzwiesen umzusetzen. „Durch das Micro-Depot soll vor allem dem Lüneburger Einzelhandel die Möglichkeit gegeben werden, neue und innovative Lieferkonzepte auf der letzten Meile ohne großen Aufwand zu erproben“, erklärt Dr. Jürgen Glaser, Prokurist der Süderelbe AG. „Insbesondere im Paket-Lieferverkehr sind Micro-Depots eine Möglichkeit, Verkehre nachhaltig und emissionsarm abzuwickeln und Direktfahrten mit konventionellen Transportern zu ersetzen.“

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