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Volle Kraft voraus für das Klima: Klimaschutzplan 2030 der Hansestadt Lüneburg beschlossen

LÜNEBURG. Grünes Licht: Mit großer Mehrheit hat der Rat der Hansestadt in seiner jüngsten Sitzung (8. Juni 2021) den bis 2030 geplanten Klimaschutzaktivitäten für Lüneburg zugestimmt. Einzig die drei anwesenden AfD-Mitglieder stimmten mit Nein.

Im Klimaschutzplan 2030 bündelt die Hansestadt Lüneburg auf mehr als 90 Seiten die Klimaschutzaktivitäten in der Stadt und fasst diese in übersichtlichen Steckbriefen zusammen, unterteilt in vier Handlungsfelder:

  1. Beratung, Bildung und Kommunikation
  2. Energieeffizienz/ Energiesparen
  3. Mobilität
  4. Klimaanpassung

Die Zielvorgabe für den Klimaschutzplan 2030 der Hansestadt ist klar: Der Bund strebt die Klimaneutralität bis 2045, die Hansestadt Lüneburg strebt dies bereits bis 2030 an. Markus Moßmann, Dezernent für Nachhaltigkeit, Sicherheit und Recht: „Es hat gedauert, die vielen Bereiche der Hansestadt und die Gesellschaften zusammenzuführen und einen umfangreichen und übersichtlichen Klimaschutzplan 2030 zu erarbeiten, der diesen Zielen gerecht wird“. Das Ergebnis: Die Hansestadt kann besonders in den Bereichen Energie, Gebäude und Verkehr Einfluss nehmen und dort die Handlungsfelder bearbeiten. „Der Stadtverwaltung kommt eine besondere Rolle als Vorbild für Klimaschutz zu.“, erklärt Moßmann. Die Schulung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Thema Energiesparen ist nur ein kleiner Teil davon. Auszubildende der Hansestadt können als Energiescout eine Zusatzqualifikation absolvieren und im eigenen Arbeitsbereich Klimaschutz- und Energiesparprojekte umsetzen. Für die Vergabe und Beschaffung berücksichtigt die Hansestadt Lüneburg künftig das Kriterium Klimaschutz und Energieeffizienz. Alle städtischen Investitionen werden sukzessive auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.

Als Vorbild geht die Hansestadt Lüneburg auch beim Thema Gebäude voran, saniert den eigenen Gebäudebestand – Schulen, Kitas, Stadtteilhäuser, Verwaltungsgebäude – und setzt beim Neubau auf regenerative Energien. Wo noch möglich will die Hansestadt weitere Dächer der eigenen Liegenschaften mit Photovoltaik-Anlagen ausstatten.

Bauen und Wohnen

Auch auf die städtischen Tochterfirmen haben die Klimapläne der Hansestadt Auswirkungen. „Der Aspekt der sozialen Gerechtigkeit darf bei allen Überlegungen zum Klimaschutz nicht in den Hintergrund geraten“, betonte Oberbürgermeister Ulrich Mädge in der Ratssitzung. So sei es wichtig, dass die Lüneburger Wohnungsbau GmbH (LüWo) auch in Zukunft bezahlbaren Wohnraum anbieten kann. Durch die Modernisierung der Wohngebäude will die LüWo ihre Emissionen deutlich senken und einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Schon 2008 hat die LüWo begonnen, den Gebäudestand mit 2300 Wohnungen energetisch zu modernisieren. Sie ist zudem der bundesweiten „Initiative Wohnen.2050“ beigetreten und entwickelt damit eine Strategie zu „klimaneutralem Gebäudebestand“.

Nicht nur die Stadtverwaltung und die Tochterfirmen sind im Klimaschutzplan 2030 gefragt, auch Bürgerschaft und Gewerbe. Beim Bauen kann die Hansestadt den Lüneburgerinnen und Lüneburgern über die Bauleitplanung dafür Regeln auferlegen. Für die Neuaufstellung von Flächennutzungs- und Bebauungspläne gibt es eine Checkliste, um zu prüfen, wie der Aspekt Klimaschutz Berücksichtigung findet. Die Checkliste beinhaltet Fragen wie: Ist eine gute ÖPNV-Anbindung realisierbar? Wurde eine optimierte Dachausrichtung zur Solarnutzung beachtet? Liegt das Baugebiet zentrumsnah?…

„Grundsätzlich will die Hansestadt jedoch weniger mit Ge- und Verboten arbeiten, sondern mehr Aufklärungsarbeit leisten und Anreize schaffen, sodass Klimaschutz zu einer gemeinschaftlichen Aufgabe wird.“, macht Oberbürgermeister Ulrich Mädge deutlich. Eine Vielzahl von Beratungsangeboten stehen den Lüneburgerinnen und Lüneburgern deshalb zur Verfügung (Solarcheck, Bauherren-Seminar, Mieterstromberatung). Die Hansestadt Lüneburg beteiligt sich an Kampagnen wie „clever heizen!“ oder „Grüne Hausnummer“ und wirbt für Klimaschutz in Privathaushalten.

Ein weiterer Baustein ist der Klimafonds, der verschiedene Förderprogramme für Privatpersonen beinhaltet, die selbst Klimaschutz betreiben möchten – durch energetische Sanierung, Nutzung erneuerbarer Energien sowie Dach- und Fassadenbegrünung.

Verkehr

Im Bereich Mobilität eröffnet die Hansestadt Lüneburgerinnen und Lüneburgern ein umfangreiches Angebot, das in einer Mobilitätszentrale abgebildet wird, von ÖPNV bis zum Carsharing über ein Radleihsystem (StadtRAD). Der Umstieg auf klimafreundliche Transport- und Fortbewegungsmittel soll für die Bürgerinnen und Bürger schnell und unkompliziert sein. „Zum Beispiel investiert die Hansestadt in diesem Jahr 3,5 Mio. Euro in bessere Radwege“, erläutert Moßmann. Die Förderung des Radverkehrs ist im Klimaschutzplan 2030 fest verankert. Die Radverkehrsstrategie 2025 und die Leitbilder Radverkehrspolitik 2030+ sind wichtige Bausteine für die Klimaziele der Hansestadt, unter anderem die Sanierung und der Ausbau der Fahrradhauptrouten.

Klimaanpassung

Der Klimaschutzplan 2030 behandelt nicht nur die Klimaschutzaktivitäten. Häufigere Unwetter, Starkniederschläge oder auch Hitzeperioden – die Folgen der Klimaerwärmung sind auch in Lüneburg spürbar. Das letzte Handlungsfeld des Klimaschutzplans 2030 befasst sich deshalb mit den unausweichlichen Folgen des Klimawandels und den nötigen Klimaanpassungen zum Beispiel durch klimagerechte Bepflanzung, Aufforstung, Entsiegelung oder den Erhalt von Frischluftschneisen.

Klimaschutzmanagement

Grundlage für die Klimaschutzaktivitäten der Hansestadt Lüneburg ist eine CO²-Bilanzierung, die den IST-Wert der klimaschädlichen Emissionen in der Stadt ermittelt. Nach dem Beschluss des Klimaschutzplans 2030 im Rat ist die CO²-Bilanzierung der nächste Schritt. Aus der Bilanz ergeben sich dann weitere notwendige Aktivitäten, die dem Klimaschutzplan 2030 hinzugefügt werden. „Der Klimaschutzplan 2030 ist ein atmendes Papier, das stetig angepasst wird.“, ergänzt Moßmann. „Wichtig ist, dass auch der Landkreis die Voraussetzungen für Klimaschutz im Bereich ÖPNV und Windkraft schafft“, macht Dezernent Markus Moßmann deutlich. Die dichte Besiedlung in Lüneburg sorge dafür, dass vergleichsweise geringe Potentiale für den Ausbau von erneuerbaren Energien (insbesondere Windenergie) zur Verfügung stehen. Zusätzliche Energie ist aber notwendig, um die Wärmeversorgung in den städtischen Quartieren auf „Grünen Wasserstoff“ umzustellen. Ohne den Landkreis seien die Klimaziele auf lokaler Ebene nicht umsetzbar.

Zukünftig veröffentlicht die Hansestadt jährlich am 1. Dezember einen Bericht, der die Fortschritte in Sachen Klimaschutz erfasst und Anpassungen vornimmt. Zum ersten Mal erscheint der Bericht am 1. Dezember 2022. Dem voraus geht eine vierwöchige öffentliche Online-Bürgerbeteiligung.

Die Hansestadt Lüneburg stärkt das Klimaschutzmanagement mit acht zusätzlichen Stellen auf dann zehn Stellen bis 2025, um die Klimaschutzaktivitäten zu steuern und zu unterstützen.

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