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Raubtiere mit Flügeln: Hornissen stehen unter besonderem Schutz

LÜNEBURG. Wenn sie unterwegs ist, tun sich wahre Spektakel auf: Wie aus dem Nichts taucht die Hornisse plötzlich auf und jagt einer Wespe hinterher. Die Hornisse packt, tötet und zerlegt das Insekt im Flug – viel übrig bleibt von ihm nicht. „Das alles passiert innerhalb weniger Sekunden, man muss schon ganz genau hinschauen“, sagt Frank Thies. Er macht das häufiger: Denn als Hornissenbeauftragter des Landkreises Lüneburg muss der 59-Jährige die Tiere verstehen, um Menschen im Umgang mit dem seltenen Insekt beraten zu können. Für diese Aufgabe benötigen er und ein weiterer Kollege nun Unterstützung. Deshalb sucht der Landkreis eine zusätzliche ehrenamtliche Kraft.

Was auf die neue Kollegin oder den neuen Kollegen zukommt, weiß Frank Thies aus jahrelanger Erfahrung: „Als Hornissenbeauftragter beantworte ich regelmäßig Fragen zu Hornissen aber auch zu anderen Fluginsekten. Oft geht es um Nester, die zunächst als störend oder sogar beängstigend empfunden werden.“ Hier begegne er den Ratsuchenden mit Aufklärung zu den besonders geschützten und unter Naturschutz stehenden Tieren. Eine der wichtigsten Botschaften: Hornissen sind nützliche und in der Regel völlig friedliche Schädlingsbekämpfer: „Bevor Hornissen tatsächlich stechen, beobachten und warnen sie uns. Dafür haben sie eigene Wächter“, erläutert der Scharnebecker. Diese fliegen aus, sobald ihnen eine Situation in der Nähe des Nests bedrohlich erscheint – ein plötzliches Hämmern, ein lauter Rasenmäher, hektische Bewegungen. Erscheint die Lage unkritisch, ziehen sie sich wieder zurück. Frank Thies selbst ist in seinem gesamten Leben selten gestochen worden – und das, obwohl er sich seit etwa 20 Jahren mit den Tieren beschäftigt und als Hornissenbeauftragter auch Nester umsiedelt. Zusätzlich räumt er mit einem Mythos auf: „Der Spruch ‚Drei Hornissenstiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd‘ ist schlichtweg falsch, Hornissenstiche sind nicht giftiger als die der Wespen.“

Noch sieht man Hornissen relativ selten durch Natur und Gärten fliegen, doch in den kommenden Wochen werden sie reger. Spätestens dann haben die Menschen im Landkreis Lüneburg auch wieder mehr Fragen zu den Tieren. „Aus diesem Grund suchen wir sobald wie möglich eine Hornissenbeauftragte oder einen Hornissenbeauftragten unter anderem für den Bereich Amt Neuhaus“, sagt Maike Mangelsdorf vom Fachdienst Umwelt. Als Voraussetzung für die Tätigkeit sollten sich Bewerbende mit Hautflüglern auskennen, aber auch handwerkliches Geschick und Wissen über Gebäudeaufbau sind von Vorteil. Für die ehrenamtliche Tätigkeit zahlt der Landkreis Lüneburg eine monatliche Aufwandsentschädigung, ebenfalls übernimmt er Kosten für die fachliche Weiterbildung. Alle Fragen zu den Aufgaben des Hornissenbeauftragten beantwortet Maike Mangelsdorf per Email an maike.mangelsdorf@landkreis-lueneburg.de oder telefonisch unter 04131 26-1090.

PR
Foto: Landkreis Lüneburg





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