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Von Gewalt betroffene Frauen nachhaltig schützen: Stadt startet neues Projekt

LÜNEBURG. Das Lüneburger Frauenhaus hat Kapazitätsprobleme. Über verschiedene Lösungsansätze dafür sind die Frauen des Trägervereins unter anderem mit der Hansestadt Lüneburg schon länger in konkreten Gesprächen. Dabei geht es nicht allein um einen neuen Standort für ein größeres Frauenhaus, sondern auch um ein neues, vom Bund gefördertes Projekt zur Unterstützung von Frauen in Notsituationen mit Namen Second Stage.

Der Plan: Die Stadt kauft in den kommenden Wochen ein Mehrfamilienhaus mit zwei separaten Wohneinheiten. 90 Prozent des Kaufpreises von rund 500.000 Euro werden über Fördermittel gedeckt. Voraussichtlich im Spätsommer dieses Jahres sollen Frauen (mit oder ohne Kinder), die den umfangreichen Schutz des Frauenhauses nicht oder nicht mehr benötigen, in die beiden neuen Übergangswohnungen einziehen können und mit Hilfe von sozialpädagogischer Beratung in ein selbstständiges und gewaltfreies Leben in eigener Wohnung begleitet werden.

Der Rat hatte zu diesem Vorhaben bereits grünes Licht gegeben (27. Oktober 2020). Im März hatte die Hansestadt Lüneburg dann einen Zuwendungsbescheid erhalten aus dem Bundesinvestitionsprogramm „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“. Seither laufen die Abstimmungen mit dem Verein Frauen helfen Frauen. „Das Projekt Second Stage ist eine sinnvolle und innovative Ergänzung zum Angebot des Frauenhauses in Trägerschaft des Vereins Frauen helfen Frauen“, sagt Lüneburgs Sozialdezernentin Pia Steinrücke. „Dadurch, dass wir Wohnraum für Frauen schaffen, die nicht wieder in ihr altes Leben zurückkehren können, die aber auf dem angespannten Wohnungsmarkt aktuell schlechte Chancen haben, helfen wir nachhaltig.“

Und das helfe auch dem eigentlichen Frauenhaus, das in den vergangenen Jahren immer öfter an seine Belegungsgrenzen gestoßen ist. „Durch das neue Projekt können hilfesuchende Frauen das Frauenhaus schneller verlassen. Außerdem kann ihnen unsere Sozialpädagogin gezielt dabei helfen, eine eigene Wohnung zu finden.“ Dabei ist es Steinrücke wichtig zu betonen, dass das neue Angebot keine Alternative zum Frauenhaus sein kann. „Dass wir in Lüneburg ein größeres Frauenhaus brauchen und wir als Stadt, ebenso wie der Landkreis, auch finanziell mehr investieren müssen, ist unumstritten. Deshalb sitzen wir mit den Verantwortlichen des Vereins in regelmäßigen und konstruktiven Gesprächsrunden zusammen und loten das weitere Vorgehen aus.“ Die Verwaltung der Hansestadt unterstützt zudem seit geraumer Zeit bei der Suche nach einem geeigneten Standort und möglichen Investoren. „Wichtig ist, dass am Ende das Gesamtkonzept passt: Ein angemessen ausgestattetes Frauenhaus plus das Second Stage-Angebot.“

Auch für das Second-Stage-Haus sind noch einige Schritte zu gehen, bevor im Spätsommer die ersten Frauen die neuen Wohnungen beziehen können: Aktuell kümmert sich das Sozialdezernat um den endgültigen Erwerb und die Ausstattung, stellt die Konzeption für das Haus fertig, führt noch Verhandlungsgespräche mit dem Landkreis bezüglich einer Mitfinanzierung des Projektes und auch die Stelle für die Sozialpädagogin wird in Kürze ausgeschrieben.

PR




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