„Zukünftig soll ein emissionsfreier Binnenschiffsverkehr auch auf dem  Elbeseitenkanal ermöglicht werden“

„Zukünftig soll ein emissionsfreier Binnenschiffsverkehr auch auf dem Elbeseitenkanal ermöglicht werden“

19. Februar 2021 Aus Von Uelzener Presse

LÜNEBURG. Im Berliner Westhafen und im Hafen Lüneburg entsteht dazu erstmals überhaupt die notwendige Infrastruktur für die E-Ladung von E-Schiffen und auch die Betankung mit Wasserstoff soll ermöglicht werden. Zusätzlich wird in Lüneburg die E-Ladung von LKW ermöglicht werden. Auch dazu steht die Hafen Lüneburg GmbH in enger Abstimmung mit der Berliner Hafen- und Lagerhaus AG (BEHALA), der TU Berlin und der Avacon Netz AG.

Die Vision das zukünftig ein völlig emissionsfreier, leistungsfähiger Transport von Waren und Gütern in der Binnenschifffahrt erfolgen kann und mehr Verkehre auf die Binnenwasserstraßen verlagert werden könnten, wird mit dem Neubau des Schubbootes ELEKTRA konkret.

In Sachsen-Anhalt, auf der Schiffwerft Hermann Barthel GmbH, in Derben an der Elbe nimmt die ELEKTRA, ein mit Wasserstoff-Brennstoffzelle betriebenes E-Schubboot, inzwischen konkrete Formen an. Der Stahlbau ist abgeschlossen und die Ausrüstung ist im vollen Gange. Der größte Teil der Komponenten befindet sich bereits auf der Werft bzw. im Zulauf. Nach jetzigem Stand wird das Schubboot voraussichtlich Mitte Februar 2021 auf die Slip Anlage versetzt, bis Juni 2021 fertig gestellt und anschließend zur Erprobung nach Berlin überführt wird.

Die ELEKTRA bekommt eine Akkumulatorkapazität von ca. 2,5 MWh und führt etwa 750 kg Wasserstoff in Wechseltanks bei einem Speicherdruck von 500 bar mit sich. Für eine hohe Flexibilität und aufgrund des Forschungscharakters sind auf dem Schubboot vielfältige Stromanschluss- und Steckverbindungsarten vorhanden, um neue Ladetechniken zu erproben (Anschluss über Marechal) und gleichzeitig in der Schifffahrt etablierte Anschlüsse anwenden zu können (CEE und Powerlock).
Ab Sommer 2021 wird die ELEKTRA im Berliner Westhafen ihren Liegeplatz haben und in Berlin und unmittelbarer Umgebung erprobt. Die Erprobungen der aufzubauenden Landinfrastruktur im Berliner Hafenstandort erfolgen seit Ende 2020 gezielt im Berliner Westhafen. Ab dem Jahr 2022 wird das Schubboot in Solofahrt Reisen bis Hamburg absolvieren.

Langfristige Zielsetzung, auch in Zusammenarbeit mit der Hafen Lüneburg GmbH, ist die Etablierung einer Zero-Emission-Transportkette auf den Binnenschifffahrtsstraßen, im Fahrtgebiet zwischen Hamburg und Berlin und möglichst auch weitere Häfen in Norddeutschland.

Mit seiner Lage am Elbe-Seitenkanal, schon in der südlichen Metropolregion Hamburgs gelegen und Aufgrund seiner Größe, der Vielzahl an Schiffsliegeplätzen und seiner modernen Ausstattung ist der Lüneburger Hafen ideal geeignet als Ladepunkt, für Strom und Wasserstoff, auf der Strecke Hamburg und Berlin. Während der Energieladung in Lüneburg, kann parallel Schiffsumschlag stattfinden. Der zukünftige Einsatz von Schuten für den Transport von Containern, Massen- und Schwergut, sowie von sonstigen Fertigprodukten bietet die Chance zum Aufbau völlig neuer Logistikkonzepte für die Region Lüneburg.

Auch die Versorgung mit lokal produzierten, grünen Wasserstoff ist vorgesehen, zumal Unternehmen aus der Wasserstoffbranche bereits angekündigt haben, sich in Lüneburg ansiedeln zu wollen.

Im Lüneburger Hafen ist dazu in 2020 bereits eine neue Trafostation installiert worden, die die heute vorhandenen Anlagen mit Strom versorgt und über den zukünftig auch die E-Ladung der ELEKTRA und anderer Schiffstypen, wie z.B. Fahrgastschiffe, Arbeitsschiffe oder auch Sportboote möglich sein wird. Auch eine Schnellladestation für E-LKW und E-PKW soll eingerichtet werden. Die Schnellladesäulen werden mit einer Ladeleistung von bis zu 300 kW (DC-Ladesäule) geplant. Zur Versorgung der ELEKTRA und möglicher weiterer Wasserfahrzeuge werden ein AC Energieterminal mit Powerlock- und CEE-Anschluss (CEE63/125A) zur Verfügung stehen. Für einen vereinfachten Anschluss der Landanschlusskabel ist eine Vorrichtung vorgesehen, mit welcher die Kabel über die Kaimauer hinaus bis zum Schiff materialschonend und zeitsparend abgelassen werden können.

Alle Einrichtungen im Lüneburger Hafen werden nach Voranmeldung öffentlich zugänglich sein, wobei für die Benutzung Gebühren erhoben werden. Zukünftige Energieladung „H2 und Strom“ für Binnenschiffe, Fahrzeuge und Geräte

PR
Fotos: Hafen Lüneburg GmbH





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