Afrikanische Schweinepest: Vorbereitet, wenn der Ernstfall eintritt

LÜNEBURG. Vor etwa zwei Monaten wurde erstmals in Deutschland bei einem Wildschwein die Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen – seitdem breitet sich das Virus in Brandenburg weiter aus. Um auf eine ähnliche Situation im Landkreis Lüneburg optimal reagieren zu können, hat das Veterinäramt eine Reihe von Vorbereitungen getroffen. Einzelheiten dazu erhielten in der vergangenen Woche (Montag, 2. November 2020) die Mitglieder des Ausschusses für Katastrophenschutz. Gleich zu Beginn fasste Amtsleiterin Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting zusammen: „Wir sind gut aufgestellt, doch angesichts der Erfahrungen aus anderen Teilen Europas muss uns bewusst sein: Wir können nur dann die Schweinepest erfolgreich bekämpfen, wenn wir die Seuche früh erkennen und konsequent vorgehen.“

Wie die Abläufe nach einem bestätigten Fall aussehen, ist nicht nur auf Papier festgehalten. Regelmäßig gibt es Übungen zur Afrikanischen Schweinepest, in denen reale Situationen durchgegangen werden. Dazu kommen Schulungen, Konferenzen und Besprechungen. „Wir arbeiten zu diesem Thema mit sehr vielen Beteiligten eng zusammen“, erklärte Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting. „Das sind in erster Linie das Land, die Kommunen, Landwirte, Förster und Jäger.“ Mit ihnen wird beispielsweise vereinbart, wo Sicherheitszonen eingerichtet werden und Tiere bejagt werden müssen. Gemeinsam mit den Nachbarlandkreisen Harburg und Uelzen betreibt der Landkreis Lüneburg zudem ein Tierseuchen-Logistikzentrum. Hier gibt es unter anderem spezielle Schutzkleidung und Material für die Beprobung. „In diesem Bereich wollen wir weiter aufstocken, dazu laufen derzeit Gespräche“, so die Veterinäramtsleiterin. Zusätzlich haben die Gemeinden schon wichtiges Material bekommen, um den Kontakt mit dem hochansteckenden Virus bei der Bergung von Fallwild zu vermeiden.

Sollte das Virus in den Landkreis kommen, müssen mehrere Wege parallel anlaufen, erläuterte die Tierärztin: „Um die Ansteckungsketten zu unterbrechen, benötigen wir immense personelle und materielle Ressourcen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die schnelle und kontinuierliche Fallwildsuche und Bergung der Tiere“, betonte die Tierärztin. Vorsorgemaßnahmen laufen jedoch schon seit Jahren: Nach Vorgaben des Landes Niedersachsen werden Hausschweine in einem Monitoring auf das Virus untersucht. Gleiches gilt für Wildschweine: Hier übernehmen Jäger die wichtige Aufgabe, verendete und getötete Tiere zu beproben.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Virusinfektion, gegen die es keinen Impfstoff gibt. Es erkranken ausschließlich Wild- und Hausschweine, in der Regel ist der Verlauf tödlich. Für Menschen und andere Haustiere ist die ASP nicht gefährlich. Außerdem kann Schweinefleisch bedenkenlos weiter verzehrt werden. Weitere Informationen und Unterlagen zu den Ausschüssen im Landkreis Lüneburg gibt es unter www.landkreis-lueneburg.de/ausschuesse.

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