NLWKN renaturiert Teilflächen des Naturschutzgebiets Aßbütteler Moor

LÜNEBURG/CUXHAVEN. Sie sind Heimat wertvoller Tier- und Pflanzenarten, doch sie binden auch eine Gefahr für das Klima: Nur bei ausreichendem Wasserstand können Moore das klimaschädliche CO2 in ihren Böden dauerhaft konservieren. Im Naturschutzgebiet „Aßbütteler Moor“ im Landkreis Cuxhaven führt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) derzeit Arbeiten zum Erhalt und zur Entwicklung der sensiblen Moor-Lebensräume durch.

Durch Entwässerungsmaßnahmen der Vergangenheit sind große Bereiche des Moores in ihrem Wasserhaushalt stark verändert und aus naturschutzfachlicher Sicht in einem schlechten Zustand. „Die trockenen Frühjahre und Sommer der letzten Jahre haben ihr Übriges dazu getan“, so Projektkoordinator Lars Panzer vom NLWKN. Der Landesbetrieb koordiniert die jetzt eingeleiteten Maßnahmen auf den zwei insgesamt rund 32 Hektar großen, randlich gelegenen landeseigenen Naturschutzflächen.

Als vorgezogene Teilmaßnahme werden in zwei Flächenkomplexen dabei zunächst Binnengräben gekammert und flache Verwallungen zur Schaffung hydrologischer Pufferzonen angelegt. So soll eine weitere Entwässerung des Moores verhindert werden. „Nur durch ausreichend hohe Wasserstände kann ein Hochmoor erhalten beziehungsweise renaturiert werden“, betont Panzer.

Für das kommende Jahr sind nach Abstimmungen mit den Genehmigungsbehörden, den zuständigen Verbänden sowie den Eigentümern der sehr wenigen verbliebenen Privatflächen der Bau zusätzlicher Grabenkammerungen und Verwallungen geplant. So soll auf weiteren Teilflächen der Moor-Wasserhaushalt naturschutzfachlich optimiert werden. Das Ziel: Durch Reduzierung des oberflächigen Abflusses von Niederschlägen wird der Gebietswasserhaushalt wieder moortypisch – es fließt kaum noch Wasser aus dem Moor. „Der Rückhalt von Niederschlägen ist aktuell besonders wichtig, weil die zunehmenden Dürreperioden und die dadurch weiter gesunkenen Moor-Wasserstände zu einer beschleunigten Zersetzung von Torfen und damit Freisetzung von klimaschädlichen Treibhausgasen führen“, so Panzer weiter.

Klima-Schutz ist eine wesentliche Motivation für den Moorschutz. Denn im Torfboden der Moore sind unter anderem große Mengen Kohlenstoff gebunden, der durch Mineralisation teilweise in Kohlenstoffdioxid (CO2) umgewandelt wird und dabei in die Atmosphäre entweicht. Die Wasserrückhaltung kann auch dazu beitragen, das umliegende Entwässerungssystem zu entlasten.

Das sogenannte KliMo-Projekt des NLWKN wird mit EU- und Landesmitteln des Niedersächsischen Umweltministeriums aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung nach der Richtlinie „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ gefördert.

PR
Foto: NLWKN

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