Kulturminister vergibt niedersächsische Jahresstipendien für Bildende Kunst

NIEDERSACHSEN. Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler vergibt 2020 drei Jahresstipendien für Bildende Kunst mit einer Dotierung von jeweils 12.000 Euro. Alexander Janz, Reiko Yamaguchi und Lukas Zerbst erhalten die Förderung des Landes Niedersachsen für besondere künstlerische Begabung, Leistung und Qualität.

„Mit den Jahresstipendien fördern wir qualifizierte Künstlerinnen und Künstler und unterstützen ihre künstlerische Entwicklung. Die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler zeigen mit ihren herausragenden Arbeiten einmal mehr, dass Niedersachsen ein attraktiver Ort für innovative Kunst und Kultur ist”, so Minister Thümler. „Der Niedersächsischen Kunstkommission danke ich für ihre wertvolle Unterstützung bei der Auswahl unserer Stipendiaten.”

Seit 2016 ist es auch in diesem Jahr wieder möglich, einem der drei Stipendiaten einen vierwöchigen Aufenthalt in Johannesburg/Südafrika anzubieten. Dieser Aufenthalt findet in Kooperation mit der Sylt-Foundation statt, die in Johannesburg eine Künstlerstätte unterhält. Der Zeitpunkt der Reise wird mit dem Stipendiaten bzw. der Stipendiatin individuell vereinbart.

Ein Jahresstipendium geht an den in Stuhr lebenden Künstler Alexander Janz (geb. 1994 in Villingen-Schwenningen). Er studierte von 2012 bis 2018 Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künstle Braunschweig und schloss dort mit einem Diplom ab. 2016 war er Stipendiat des DAAD für einen fünfmonatigen Studienaufenthalt am Institut Teknologi Bandung in Indonesien. Im Anschluss verbrachte er ein Auslandssemester an der Malmö Art Academy in Schweden. Von 2018 bis 2019 war er Meisterschüler bei Prof. Candice Breitz. Alexander Janz beschäftigt sich in seiner Kunst mit Fragen zum Thema „wie nehmen wir wahr” und „durch was werden wir bei unserer Wahrnehmung beeinflusst”. Dabei legt er seinen Fokus auf die Rolle und den Einfluss von Architektur. Im Rahmen seines Jahresstipendiums möchte er Arbeiten und Interventionen im öffentlichen Raum weiterentwickeln.

Ein weiteres Jahresstipendium geht an die in Braunschweig lebende Künstlerin Reiko Yamaguchi (geb. 1982 in Okayama/Japan). Die Künstlerin studierte von 2013 bis 2018 an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und absolvierte dort ihren Meisterschüler bei Prof. Corinna Schnitt. Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Untersuchungen bilden Beobachtungen menschlicher Bewegungen und daran anschließend die Frage, wie sich der Moment des Bewegens festhalten lässt. Ihre neuesten Arbeiten gestaltet sie aus Fäden, die im Raum gespannt wie Linien wirken.

Das dritte Jahresstipendium erhält Lukas Zerbst (geb. 1988 in Bydgoszcz/Polen). Er studierte an der Hochschule für Künste Bremen, wo er auch seinen Meisterschüler absolvierte. Seit 2012 war er an diversen Theaterproduktionen als Bühnenbildner, Musiker und Darsteller beteiligt und zeigte Gastspiele u.a. an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, dem Fillmore Theater in Miami, Florida, oder dem AURA International Dance Festival in Kaunas, Litauen. Lukas Zerbst beschäftigt sich mit den raumspezifischen Gegebenheiten eines Ausstellungsortes und arbeitet deren Eigenheiten unter Einsatz unterschiedlichster Mittel heraus. Sein Ziel ist es, dem Betrachter eine bewusste Wahrnehmung des Raumes zu ermöglichen.

Die Vergabe der Stipendien erfolgt auf Empfehlung der unabhängigen Niedersächsischen Kunstkommission. Zu ihr gehören Prof. Dr. Annette Tietenberg (Vorsitzende), Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, Prof. Ute Heuer (stellvertretende Vorsitzende), Hochschule Hannover, Alya Sebti, Institut für Auslandsbeziehungen Berlin (ifa), Ute Stuffer, Kunstverein Hannover und Gerrit Gohlke, Brandenburgischer Kunstverein Potsdam.

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