Weniger Lebensmittel in der Schulmensa wegwerfen

HANNOVER. In Deutschland landen jährlich rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Auch in der Schulverpflegung gelten ein Drittel der Speiseabfälle als vermeidbar. An der Elsa-Brändström-Schule in Hannover soll mit der Verschwendung von Lebensmitteln jetzt Schluss sein: Die Schule nimmt an einem Projekt der Vernetzungsstelle Schulverpflegung für eine höhere Wertschätzung von Lebensmitteln teil. Verbraucherschutzministerin Barbara Otte-Kinast besuchte die Schule nun während der Projektwochen.

Die Ministerin lobte bei ihrem heutigen Besuch den Einsatz der Schülerinnen und Schüler. „Nur wenn sich möglichst viele öffentliche Einrichtungen mit ihren Kantinen und Mensen an solchen Aktionen beteiligen, können wir den Lebensmittelabfall reduzieren. Lebensmittelverschwendung ist völlig inakzeptabel, denn die Produkte werden mit einem hohen Einsatz an Energie und Wasser erzeugt“, so Otte-Kinast.

Bei einer Podiumsdiskussion mit der Ministerin sprachen sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8 bis 12 für die verstärkte Verwendung von regionalen Lebensmitteln aus und forderten eine höhere Qualität des Schulessens: „Wenn das Essen leckerer ist, wird auch weniger weggeschmissen“, so hieß es. Wenn weniger Essen produziert werden müsste, helfe dies auch dem Klimaschutz, argumentierten die Schüler.

Nach einem gemeinsamen Essen in der Schulmensa ging es für Ministerin Otte-Kinast zum „Abfallbarometer“. Während einer Projektwoche messen die Schüler sämtliche Tellerreste. Die Gründe für die entstandenen Reste werden dokumentiert, unterstützt von Mitarbeitern der Vernetzungsstelle Schulverpflegung. „Oftmals liegt es an den Portionsgrößen, die nicht individuell erfragt und variiert werden. Auch zu würzige und zu salzige Speisen landen oft in der Tonne“, so die Erfahrung der Projektkoordinatorin Frederike von der Lancken.

Ministerin Otte-Kinast kündigte für das kommende Schuljahr den Start eines Ideenwettbewerbs durch das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) an: „Wir wollen landesweit Schulklassen dazu aufrufen, sich Gedanken zur Lebensmittelwertschätzung zu machen und zu überlegen, wie man Lebensmittelabfälle verringern kann.“ Ziel sei es, möglichst viele junge Leute für das Thema zu begeistern und zu Aktionen anzuregen.

Das Projekt „Lebensmittelwertschätzung in der Schulverpflegung“ der Vernetzungsstelle Schulverpflegung wird vom Bund im Rahmen von „In Form – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ gefördert. In diesem Schuljahr nehmen zehn weiterführende Schulen aus Niedersachsen teil. Das Thema Lebensmittelwertschätzung wird dabei auch im Unterricht behandelt. Ein Gremium aus Schulleitung, Schülern und Mitarbeitern der Mensa soll letztendlich Strategien für eine Verringerung der Abfälle entwickeln.

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