Tag des Bodens am 5. Dezember: Niedersachsen verbraucht pro Tag zehn Fußballfelder

NIEDERSACHSEN. Niedersachsen verbraucht pro Tag sieben Hektar Boden. Das entspricht circa zehn Fußballplätzen, teilt das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) anlässlich des Internationalen Tag des Bodens am 5. Dezember 2019 mit. Rund 14 Prozent unseres Bundeslandes sind mittlerweile Siedlungs- und Verkehrsflächen. Etwa 6,4 Prozent der Landesfläche sind versiegelt – Tendenz steigend.

LBEG-Präsident Andreas Sikorski sensibilisiert für das Thema: „Wir müssen unseren Boden gut behandeln. Auf ihm bewegen wir uns und bauen unsere Lebensmittel an. Wir benötigen ihn und er vergisst nicht.”

Die Niedersächsische Landesregierung hat in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie vorgegeben, den täglichen Flächenverbrauch bis 2030 auf unter vier Hektar pro Tag zu reduzieren. Dafür ist auf regionaler und überregionaler Ebene ein sparsamer und schonender Umgang mit dem Boden notwendig Es geht vor allem darum, Nutzungsmöglichkeiten geschickt gegeneinander abzuwägen, Bodenbewusstsein zu wecken, Altlasten zu sanieren und Bodenveränderungen im Auge zu behalten. Das betrifft die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln, den Netz- und Leitungsbau für die Energiewende und Digitalisierung, die Rohstoffförderung, die Abfallbeseitigung oder die Schaffung neuer Wohn- und Gewerbegebiete.

Das LBEG unterstützt mit seiner Arbeit beim Bodenschutz. Mit Hilfe der GeoBerichte 8 und 26 „Schutzwürdige Böden in Niedersachsen” und „Bodenfunktionsbewertung auf regionaler und kommunaler Ebene” können Gemeinden und Landkreise ihre Böden bewerten. Dabei spielen Kriterien wie die natürliche Bodenfruchtbarkeit, die Standorteigenschaften, die Natur- und Kulturgeschichte sowie die Bedeutung für den Wasserkreislauf eine maßgebliche Rolle. Mit den Ergebnissen ist es möglich Karten für eine nachhaltige Raumplanung zu erstellen. Dadurch können Planer beispielsweise beim Bau einer neuen Leitungstrasse auf besonders schutzwürdige Böden Rücksicht nehmen und frühzeitig nach alternativen Trassen suchen.

Als Staatlicher Geologischer Dienst untersucht das LBEG auch die Stoffgehalte in den Böden von Niedersachsen. Ein interessantes Langzeitprojekt dabei ist die „Bodendauerbeobachtung”. Für dieses Programm wurden vor mehr als 20 Jahren über ganz Niedersachsen verteilt 90 land- und forstwirtschaftliche Untersuchungsflächen eingerichtet, an denen das LBEG, zusammen mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, der Landwirtschaftskammer und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Veränderungen der Böden (z. B. Abtrag, Verdichtung, den Wasser- und Stoffhaushalt) durch menschliche und natürliche Einflüsse aufzeichnet. Im Zentrum der Untersuchungen stehen vor allem Nähr- und Schadstoffe im Boden, Säurehaushalt und Humus, Verdichtung und Bodenverluste durch Erosion sowie die Auswaschung von Stoffen ins Grundwasser. Die Informationen dienen als Frühwarnsystem, Erfolgskontrolle von Umweltmaßnahmen und zur Beweissicherung bei Umweltschäden.

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Karte: LBEG

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