Runder Tisch Glory Amsterdam: Umweltminister Lies: „Sicherheit für unsere Küste muss immer weiter verbessert werden“

NIEDERSACHSEN. Nach Veröffentlichung des Abschlussberichtes der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) zur Havarie der Glory Amsterdam haben sich auf Initiative des niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies erneut Bürgermeister der ostfriesischen Inseln, Vertreter der Küstenlandkreise, des Bundes und des Havariekommandos in dieser Woche in Aurich zu einem abschließenden Runden Tisch getroffen.

Minister Lies bewertete den Bericht als wichtige Grundlage für die weitere Verbesserung der Sicherheit an der Küste: „Unser gemeinsames Ziel ist ein Höchstmaß an Sicherheit“, sagte Lies. Aufgabe aller Beteiligten sei es, Unfälle zu vermeiden und die Sicherheit für die Küstenregion im Havariefall stetig zu verbessern. „Ein kritischer und gründlicher Blick auf Abläufe und Ausstattung muss immer wieder und gerade nach einer Havarie stattfinden, um Schäden von unseren Inseln und unserer Küstenregion zu vermeiden. Dies ist hier geschehen. Fehlerquellen wurden ermittelt, Abläufe wurden auf den Prüfstand gestellt. Die vom Havariekommando und von der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung genannten Schwachstellen wurden bereits teilweise behoben bzw. werden jetzt schrittweise abgearbeitet. Wichtig ist noch, dass das Havariekommando jetzt schnellstmöglich auf die komplette technische Ausstattung der Verkehrsüberwachung Zugriff bekommt“, so Minister Lies. Er zeigte sich verwundert, dass dies in der Vergangenheit nicht der Fall war.

„Unsere Aufarbeitung im letzten Jahr und der nun vorliegende Bericht haben eine Reihe von Schwachstellen im System aufgezeigt. Wir sind alle froh, dass die Havarie 2017 nicht zu größeren Umweltschäden geführt hat, aber die Ergebnisse zeigen, dass Handlungsbedarf besteht“, sagte Lies weiter. „Dabei sind es zum Teil leicht zu lösende Punkte. So war z.B. der Bergungsschlepper nicht als im öffentlichen Auftrag tätiger Schlepper erkennbar. Das lässt sich mit Farbe und Kennzeichnung sofort lösen. Aber auch die Kommunikation mit den Havaristen und das entsprechende Briefing müssen verbessert werden.“

Sowohl der Bund als auch Niedersachsen selbst haben bereits eine Reihe von Konsequenzen aus der Havarie gezogen, sagte Lies. Bundesseitig wurde inzwischen das sogenannte Notschleppkonzept überarbeitet. Neben den seegestützten Boardingteams gibt es mittlerweile ein zusätzliches an Land stationiertes Team, die technische und sachliche Ausstattung wurde ergänzt. Zudem wurden drei neue Stellen geschaffen. Niedersachsen hat insbesondere die landesinternen Abläufe betrachtet und die Zusammenarbeit mit den Gebietskörperschaften intensiviert. Die gut funktionierende Meldekette wurde dahingehend erweitert, dass über die die betroffenen Gebietskörperschaften hinaus alle Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstellen an der niedersächsischen Küste bei einer drohenden Schadenslage informiert werden. Damit sind frühzeitige Vorbereitungen möglich.

Ende Oktober 2017 wurde die Glory Amsterdam zwischen Helgoland und den ostfriesischen Inseln vom Sturm getrieben und ist schließlich vor Langeoog auf Grund gelaufen. Primäre Unfallursache war nach Auffassung der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) das Scheitern der Bemühungen um die Herstellung einer Notschleppverbindung, Missverständnisse im Funkkontakt und Mängel bei den seemännischen Fähigkeiten der Crew waren dabei mitursächlich. Die BSU hatte in ihrem Bericht eine bessere technische Ausstattung des Havariekommandos gefordert sowie eine bessere sprachliche und seemännische Schulung von Besatzungen. Staatlich gecharterte Notschlepper sollten besser gekennzeichnet werden, um Missverständnisse zu vermeiden.

Umweltminister Olaf Lies abschließend: „Eine gründliche Aufarbeitung von Havarien ist die Voraussetzung dafür, ähnliche Unfälle zügiger in den Griff zu bekommen. Das hat auch diese Aufarbeitung gezeigt. Ich danke dem Havariekommando und den Beteiligten vor Ort für die geleistete Arbeit. Für die Sicherheit und den Schutz unserer Küste und unserer Inseln brauchen wir ein starkes Havariekommando, das für den Notfall bestens gerüstet ist. Küstenschutz hat die größte Priorität. Das gilt zum Schutz von Umwelt, Natur, unserem Weltnaturerbe Wattenmeer und dem damit verbundenen Tourismus an der Küste und den Inseln.

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