Robotik und Wasserstoff: Niedersachsens Wirtschaftsminister reist mit Unternehmerdelegation nach Südkorea und Japan

NIEDERSACHSEN. Gemeinsam mit etwa 40 Unternehmerinnen und Unternehmern aus Niedersachsen beginnt Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann am Sonntag seine Delegationsreise nach Südkorea und Japan. Bis Samstag, 23. März 2019, wird Althusmann in Seoul, Osaka und Tokyo südkoreanische, japanische und deutsche Unternehmen besuchen sowie Vertreter aus Wirtschaft und Politik treffen.

Althusmann: „Südkorea und Japan sind bedeutende Industrienationen und zählen jeweils zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands. Südkorea ist mit seiner beeindruckenden wirtschaftlichen Entwicklung der unauffällige Champion Ostasiens. Besonders bemerkenswert ist aus meiner Sicht die anhaltend hohe Innovationskraft der südkoreanischen Wirtschaft – das merkt man besonders bei digitalen Themen wie künstlicher Intelligenz, Robotik, Software und IT. Das deutsch-japanische Verhältnis ist über die starken wirtschaftlichen Beziehungen hinaus sehr freundschaftlich. Beide Länder stehen vor sehr ähnlichen Herausforderungen, etwa beim demografischen Wandel, der Digitalisierung, den Veränderungen in der Arbeitswelt und der Energieversorgung.“

Themen der Reise sind die Zukunftsthemen Digitalisierung, Mobilität und nachhaltige Energieversorgung. Während Minister Althusmann in Südkorea mit dem Vorsitzenden der staatlichen Wirtschaftsförderagentur KOTRA (Korea Trade Investment Promotion Agency) Kooperationsmöglichkeiten zwischen Niedersachsen und Südkorea ausloten will, steht der Japan-Aufenthalt vor allem im Zeichen des Wasserstoffs. Althusmann: „Niedersachsen und Japan wollen beim Thema Wasserstoff weiterhin eng zusammenarbeiten. Wasserstoff bietet mit Blick auf die Energiewende, nachhaltige Mobilität und den Klimawandel riesige Potentiale. Hier können wir als Partner viel voneinander lernen und viele Synergien nutzen.“Vor diesem Hintergrund sind sowohl ein Besuch bei dem japanischen Unternehmen HydroEdge in Osaka als auch politische Gespräche im japanischen Wirtschaftsministerium in Tokio geplant.

Erst im vergangenen November wurde der gemeinsam von japanischen und niedersächsischen Partnern gebaute und von der japanischen Wirtschaftsförderung NEDO (New Energy and Industrial Technology Development Organization) großzügig finanzierte Hybridgroßspeicher in Varel feierlich eröffnet. Althusmann: „Bereits seit vielen Jahren sind japanische Unternehmen in Niedersachsen tätig. Mit dem neuen Außenhandelsabkommen JEFTA, das seit 1. Februar 2019 in Kraft ist, erleben wir noch einmal eine neue Qualität der Partnerschaft. Dabei bin ich zuversichtlich, dass JEFTA nicht nur der Wirtschaft nützt. Durch die erleichterten Exportbedingungen können besonders exportorientierte Industriebranchen neue Geschäftsfelder erschließen. Vor allem profitieren aber auch die Verbraucher in Europa – und damit auch in Niedersachsen – und in Japan von der steigenden Auswahl und Produktqualität zu niedrigeren Preisen.“

Hintergrundinformationen:

Südkorea:

In der Rangfolge der wichtigsten Ursprungsländer niedersächsischer Einfuhren stand Südkorea in 2018 auf Platz 28 und bei den Ausfuhren im gleichen Zeitraum auf Platz 20. Dies entspricht einer Einfuhr von Waren aus Südkorea nach Niedersachsen in einem Wert von gut 808 Millionen Euro und einer Ausfuhr niedersächsischer Waren nach Südkorea im Wert von knapp 1,1 Milliarden Euro.

Haupteinfuhrgüter von Südkorea nach Niedersachsen waren in 2018 Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung (16,6%), Fahrgestelle, Karosserien, Motoren, Teile/Zubehör (12,0%) und Kunststoffe (8,8%). Hauptausfuhrgüter von Niedersachsen nach Südkorea waren im gleichen Zeitraum Personenkraftwagen und Wohnmobile (21,8%), Optische und fotografische Geräte (16,5) sowie Fleisch und Fleischwaren (14,8%).

Japan:

In der Rangfolge der wichtigsten Ursprungsländer niedersächsischer Einfuhren stand Japan in 2018 auf Platz 26 und bei den Ausfuhren im gleichen Zeitraum auf Platz 18. Dies entspricht einer Einfuhr von Waren aus Japan nach Niedersachsen in einem Wert von gut 883 Millionen Euro und einer Ausfuhr niedersächsischer Waren nach Japan im Wert von mehr als 1,3 Milliarden Euro.

Haupteinfuhrgüter von Japan nach Niedersachsen waren in 2018 Bergwerks-, Bau- und Baustoffmaschinen (12,7%), Büro-/automatische Datenverarbeitungsmaschinen (12,5%), Geräte zur Elektrizitätserzeugung (10,2%), Fotochemische Erzeugnisse (7,6%), sowie Fahrgestelle, Karosserien, Motoren, (5,6%). Hauptausfuhrgüter von Niedersachsen nach Japan waren im gleichen Zeitraum Personenkraftwagen und Wohnmobile mit einem Anteil von 41,6% an der Gesamtausfuhr.

Etwa 40 japanische Unternehmen haben derzeit Niederlassungen in Niedersachsen. Die Präfektur Tokushima in Japan ist seit 2007 Niedersachsens Partnerprovinz.

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