Ministerin Carola Reimann ruft medizinisches Personal und Pflegekräfte in Niedersachsen zur Grippeimpfung auf

NIEDERSACHSEN. Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann ruft Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege dazu auf, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Bei einem gemeinsamen Pressetermin mit dem Städtischen Klinikum Braunschweig sagte sie: „Wer Menschen heilt und pflegt, kann sich schnell anstecken und sie oder er kann das Virus auch auf bereits kranke Menschen übertragen – diese Beschäftigten sollten sich unbedingt gegen Grippe impfen lassen, um andere und sich selbst zu schützen.“ In dieser Berufsgruppe seien die Impfquoten bislang noch zu niedrig. „Das Städtische Klinikum Braunschweig geht hier mit gutem Beispiel voran und sensibilisiert mit seiner Kampagne ,Be a Flufighter!‘ die Beschäftigten“, so Dr. Carola Reimann. Chefarzt Professor Wilfried Bautsch vom Institut für Mikrobiologie, Immunologie und Krankenhaushygiene unterstrich die Bedeutung, die eine Impfung gegen Influenza für Beschäftigte im Gesundheitswesen hat.

Laut einer Erhebung des Robert Koch-Instituts lassen sich nur etwa 30 % des Pflegepersonals in den untersuchten Krankenhäusern impfen; bei der Ärzteschaft waren es immerhin über 60 %. Dabei gehören diese Berufsgruppen zu dem Personenkreis, für den die Impfung besonders empfohlen wird. Zudem wird Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken jeden Alters, Schwangeren sowie Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen eine jährliche Impfung gegen Influenza angeraten. „Sie als medizinisches Fachpersonal wissen es am besten: Die Influenza kann lebensbedrohlich sein“, erklärt Gesundheitsministerin Carola Reimann: „Für Sie, die sich in besonderem Maße für die Gesundheit anderer Menschen engagieren, ist eine Grippeimpfung aus mehreren Gründen zu empfehlen: 1. Sie sind verstärkt einem Infektionsrisiko ausgesetzt, da Sie im direkten Kontakt zu Erkrankten stehen, 2. Ihre Gesunderhaltung ist natürlich in erster Linie für Sie aber eben auch für Ihre Patientinnen und Patienten besonders wichtig, denn Sie werden gebraucht und 3. Sie verringern durch eine Impfung das Risiko, Ihre Patientinnen und Patienten mit Influenza anzustecken.“ Die Ministerin verweist darauf, dass das Niedersächsische Landesgesundheitsamt unter dem Motto „Die Grippewelle rollt, fallen Sie nicht um“ eine Motivationskampagne initiiert und den niedersächsischen Krankenhäusern sowie 1.500 Alten- und Pflegeheimen in Niedersachsen Informationsmaterial zur Verfügung gestellt hat.

Bei dem Pressetermin in Braunschweig wurden die auffälligen Flufighter-Plakate vorgestellt, eine Pflegekraft ließ sich vor Ort impfen. Auch die Mitarbeiterinnen des mobilen Impfdienstes des Klinikums unterstützten die Aktion. Für das Krankenhaus standen zudem Klinikum-Geschäftsführer Dr. Andreas Goepfert, Ärztlicher Direktor Dr. Thomas Bartkiewicz, Pflegedirektor Ulrich Heller sowie die Leiterin des Instituts für Arbeitsmedizin und -sicherheit und Umwelt, Dr. Gesa Horst-Shaper, Rede und Antwort.

Service
Über den aktuellen Stand der Grippeaktivität und anderer Atemwegserkrankungen in Niedersachsen informiert das Landesgesundheitsamt im Rahmen seiner Surveillance für akute respiratorische Erkrankungen (ARE) jetzt wieder wöchentlich auf seiner Internetseite. Aktuell ist die Zahl der Atemwegserkrankungen ansteigend, es wird im Landesdurchschnitt eine geringe Aktivität verzeichnet – von einer Grippewelle wird damit bislang noch nicht gesprochen.
www.are-surveillance.nlga.niedersachsen.de

ARE-Surveillance am Landesgesundheitsamt
Das Landesgesundheitsamt beobachtet seit mehr als 10 Jahren den Verlauf der Influenza-Saison und wertet dazu den Krankenstand in Kindertageseinrichtungen aus und untersucht Proben aus Arztpraxen. Im vergangenen Winter wurden noch niemals zuvor registrierte Spitzenwerte erreicht: Ende Februar blieben mehr als 20 % der Kinder in den Kindertageseinrichtungen wegen einer Atemwegserkrankung zu Hause, nahezu alle Landkreise (89 %) berichteten eine sehr hohe Aktivität bei Atemwegserkrankungen. Dies war bereits die vierte starke Influenza-Saison in Folge.

Antibiotikaanwendungen bei Grippe und anderen Virusinfekten:
Fast alle Erkältungskrankheiten, auch schwer verlaufende, werden durch Viren ausgelöst. Der Körper verfügt über zahlreiche sehr wirkungsvolle Abwehrmechanismen gegen solche Virusinfektionen. Um diese Abwehrkräfte zu fördern, ist es sinnvoll, sich körperlich zu schonen. Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Husten und Fieber zeigen aktive Abwehrreaktionen des Körpers an. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, aber nicht gegen Viren. In den meisten Fällen beeinflussen Antibiotika den Krankheitsverlauf also nicht. Die unnötige Einnahme von Antibiotika begünstigt die Vermehrung von resistenten Bakterien und stört die natürliche Bakterienflora.
Zur Unterstützung der Kommunikation zwischen Ärztin/Arzt und Patient(in) stellt das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung einen Flyer mit dem Titel „Kein Antibiotikum! Warum?“ zur Verfügung.
Weitere Informationen: http://www.nlga.niedersachsen.de/infektionsschutz/antibiotikaresistenz/antibiotikaresistenz-130055.html

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