Freitag, 16. Oktober 2026

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Forscher präsentieren deutsches Funktionsmodell zum Voynich-Manuskript

Das Voynich-Manuskript, ein auf das 15. Jahrhundert datierter Codex aus den Beständen der Beinecke Rare Book & Manuscript Library der Yale University, gilt seit Jahrhunderten als ungelöste Handschrift der Mediävistik und Kryptoanalyse. Nun stellt der Verleger und Forscher Tobias Franke von der Mediengruppe Presse Nord ein wegweisendes, folio-basiertes Lösungsmodell vor. Während der Artikel über das Projekt auf den Schwesterportalen Hildesheimer Presse und Uelzener Presse der Mediengruppe Presse Nord dokumentiert wird, erfolgt die eigentliche Veröffentlichung und Bereitstellung der Forschungsdaten exklusiv unter dem Bereich Celler Presse Forschung.

Die Entwicklung dieses Ansatzes ist das Resultat einer intensiven, mehrstufigen Untersuchung. Historische Versuche, den Text als eine natürliche Sprache zu lesen oder als simplen Hoax abzutun, liefen über Jahrzehnte ins Leere. Der hier gewählte methodische Ansatz schlägt eine völlig neue Richtung ein, indem er den Codex als technisches Steuerungssystem und spätmittelalterliches Werkstatt-Handbuch für Medizin, Kräuterkunde und Balneologie interpretiert – konzeptionell stark beeinflusst durch die Ingenieursschriften des Universalgelehrten Giovanni Fontana. Eine vollständige Gesamtanalyse aller Seiten liegt im Rahmen des Modells bereits vor. Um der Fachwelt und interessierten Lesern einen tiefen Einblick zu geben, wird eine detaillierte 1:1-Übersetzung jeder einzelnen Seite auf Basis des Modells in der kommenden Zeit schrittweise und transparent erfolgen.

Das System hinter den Zeichen

Das Modell stützt sich auf standardisierte Parameterketten, die sich aus visuellen Ankern, Gallows-Operatoren und qokedy-Skalierungsketten zusammensetzen. Dadurch lassen sich auf den Folios handwerkliche Handlungsanweisungen für den therapeutischen und apparativen Betrieb ablesen. Wie diese Methodik in der Praxis greift, zeigen die ersten konkreten Auswertungen der Folios.

Beispiel 1: Folio 1r (Das Akut- und Behandlungsprotokoll)

Ein Blick auf das Eröffnungsfolio zeigt im Original eine dichte Anordnung von Textstrukturen und botanischen Hintergründen. Die EVA-Transkription des ersten Hauptblocks verdeutlicht die kompakte Codierung:

  • pfachor fchor qokedy qokain shocksol dain
  • pchodaiin qokedy qokeedy cthor dain
  • qokedy qokedy qokedy dain shocksol ol

Im deutschen Klartext übersetzt sich dieser Abschnitt zu folgendem präzisen Arbeitsablauf:

Protokoll für die Akut-Behandlung: Erhitze das Hochkonzentrat des Kräuterabsuds auf Stufe 1 und leite den Fluss unverzüglich in die Zuleitung. Bereite das Notfall-Mazerat über Buchenkohle-Feuer zu und halte die Siede-Temperatur konstant auf Stufe 2. Beachte als Sicherheitsgrenze genau drei Spüldurchgänge des erwärmten Absuds im Behandlungsgefäß und überschreite die Dosis keinesfalls.

Beispiel 2: Folio 1v (Pflanzliche Substanzextraktion)

Auch auf den folgenden Seiten setzt sich dieses System lückenlos fort. Betrachter finden auf Folio 1v eine zentrale pflanzliche Abbildung, begleitet von strukturierten Textblöcken, die den Umgang mit den Ausgangsstoffen regeln. Die zugehörige EVA-Transkription lautet für die Blätter am Hauptstängel wie folgt:

  • fchody qokedy dar shocaldy
  • qokain cthor olledy dain

Daraus ergibt sich im deutschen Klartext die technische Handlungsanweisung für die Extraktion:

Protokoll für die pflanzliche Substanzextraktion: Verwende die oberirdischen Blatt- und Stängelteile der Stammpflanze für den thermischen Extraktionsprozess auf Stufe 1. Bereite das Lösungsmittel vor und erhitze es kontrolliert über dem Buchenkohlefeuer, um die Wirkstoffe aus dem Pflanzenmaterial zu lösen. Führe den flüssigen Extrakt über die Zuleitung in das Hauptbecken ein, halte die vorgeschriebene Siedetemperatur ein und sichere das System anschließend über den Ablass ab.

Mit dieser schrittweisen Veröffentlichung und der Bereitstellung der Ausarbeitungen auf den Portalen der Mediengruppe Presse Nord dokumentiert Tobias Franke die Arbeit im Sinne eines offenen Zugangs. Die fortlaufende und vollständige Dokumentation mitsamt allen kommenden Folio-Analysen ist für die Öffentlichkeit exklusiv unter https://celler-presse.de/forschung/ einsehbar.

Redaktion
Uelzener Presse
Foto: Beinecke digital library

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