Landkreis Uelzen: DWD warnt vor extremer Hitze – Gesundheitsgefahr steigt
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den Landkreis Uelzen eine amtliche Hitzewarnung herausgegeben. Nach den Vorhersagen werden am heutigen Samstag, 27. Juni, örtlich Temperaturen von bis zu 38 Grad erreicht. Damit gehört der Tag zu den heißesten des bisherigen Jahres. Doch warum werden Hitzewarnungen überhaupt ausgesprochen? Schließlich gehören heiße Sommertage für viele Menschen zum Sommer dazu.
Für den Landkreis Uelzen werden Höchsttemperaturen von bis zu 38 Grad erwartet. Der DWD stuft die Wärmebelastung am Samstag als extrem ein und empfiehlt, längere Aufenthalte in der Hitze möglichst zu vermeiden, ausreichend zu trinken und Innenräume kühl zu halten.
38 Grad sind Schattenwerte – in der Sonne deutlich mehr.
Dass Wettervorhersagen Temperaturen von bis zu 38 Grad nennen, bedeutet dabei nicht, dass dies die höchsten Temperaturen sind, denen Menschen tatsächlich ausgesetzt sind. Die offiziellen Messwerte werden nach internationalen Standards in etwa zwei Metern Höhe im Schatten ermittelt. In der direkten Sonneneinstrahlung oder auf aufgeheizten Flächen werden häufig deutlich höhere Werte erreicht. Besonders deutlich wird dies bei Fahrzeugen: Bereits nach kurzer Zeit können sich Autos – selbst wenn sie teilweise im Schatten stehen – auf Temperaturen von weit über 50 Grad aufheizen. Kinder oder Haustiere dürfen deshalb auch für wenige Minuten niemals im Fahrzeug zurückgelassen werden.
Der Deutsche Wetterdienst gibt Hitzewarnungen nicht allein aufgrund hoher Temperaturen heraus. In die Bewertung fließen unter anderem Luftfeuchtigkeit, die nächtliche Abkühlung sowie die Dauer der Hitzeperiode ein. Erst wenn daraus eine erhebliche gesundheitliche Belastung entsteht, wird eine amtliche Warnung ausgesprochen.
Tausende Hitzetote zeigen die Gefahr
Die Warnungen haben einen ernsten Hintergrund. Nach Auswertungen des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Umweltbundesamtes sterben in Deutschland jedes Jahr mehrere Tausend Menschen an den Folgen extremer Hitze. Für die Sommer 2023 und 2024 wurden jeweils rund 3.000 hitzebedingte Todesfälle geschätzt. Im besonders heißen Sommer 2022 lag die Zahl bei rund 4.500. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, Pflegebedürftige sowie Personen mit Herz-Kreislauf-, Lungen- oder anderen chronischen Erkrankungen. Auch Kleinkinder und Schwangere reagieren empfindlicher auf hohe Temperaturen.
Nicht nur Gesundheit: Auch Wirtschaft und Arbeitswelt leiden
Neben den gesundheitlichen Auswirkungen verursacht Hitze auch wirtschaftliche Folgen. Hohe Temperaturen belasten Beschäftigte insbesondere im Baugewerbe, in der Landwirtschaft sowie in anderen Berufen, die überwiegend im Freien ausgeübt werden. Gleichzeitig steigen der Energiebedarf durch Kühlung sowie die Belastung des Gesundheitswesens. Nach Berechnungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gehen weltweit jährlich Millionen Arbeitsstunden durch extreme Hitze verloren. Auch Deutschland entwickelt deshalb zunehmend kommunale Hitzeaktionspläne.
UV-Strahlung nicht unterschätzen
Zusätzlich zur Hitze ist derzeit die UV-Strahlung besonders hoch. Das Bundesamt für Strahlenschutz weist darauf hin, dass ultraviolette Strahlung als Hauptursache für Hautkrebs gilt. Die Zahl der Erkrankungen hat in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. Fachleute empfehlen daher, die intensive Mittagssonne möglichst zu meiden, Sonnenschutzmittel zu verwenden sowie schützende Kleidung und eine Kopfbedeckung zu tragen.
Die wichtigsten Verhaltenstipps
Der Deutsche Wetterdienst empfiehlt, ausreichend Wasser zu trinken, körperliche Anstrengungen möglichst auf die Morgen- oder Abendstunden zu verlegen und Wohnräume tagsüber kühl zu halten. Ebenso wird geraten, auf alleinlebende ältere Menschen oder pflegebedürftige Angehörige und Nachbarn zu achten.
Auch wenn Hitzewarnungen gelegentlich als selbstverständlich empfunden werden, verfolgen sie ein klares Ziel: Sie sollen frühzeitig auf eine Wetterlage aufmerksam machen, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellt und insbesondere für vulnerable Personengruppen lebensbedrohlich werden kann.
Redaktion
Uelzener Presse
Foto: Gemini
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