Uelzen Museum erweitert Ausstellung um interaktive Mitmach-Stationen
Das Uelzen Museum erweitert seine Dauerausstellung um vier neue interaktive Stationen, die insbesondere Kinder, Jugendliche und Familien ansprechen sollen. Vorgestellt wurden die sogenannten multisensorischen Lern- und Spielboxen bereits am 8. Mai im Rahmen eines gemeinsamen Treffens aller Beteiligten im Museum. Offiziell für alle Besucherinnen und Besucher erlebbar sind die neuen Angebote zum Internationalen Museumstag am 17. Mai 2026.









Die Besonderheit: Die Stationen sind keine zeitlich begrenzte Sonderausstellung, sondern bleiben dauerhaft Teil der Dauerausstellung. Sie ergänzen bestehende Exponate und sollen den Zugang zu historischen Themen spielerischer und mehrsprachig ermöglichen.
Bei der Vorstellung der neuen Stationen begrüßte Heike Thiele M.A. zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer des Projekts. In ihrer Dankesrede erinnerte sie daran, dass die Idee vor rund einem Jahr durch ein Treffen mit der Torsten-Lampe-Stiftung angestoßen worden sei. Vermittelt habe das Gespräch Otto Lukat, Vorsitzender des Museums- und Heimatvereins des Kreises Uelzen e. V. Gemeinsam hätten Herr Lampe, Frau Depner und Herr Meierhoff schließlich die finanzielle Unterstützung für die Umsetzung zugesagt.
„Und dann ging’s los“, sagte Thiele rückblickend. „Und heute sind die Boxen fertig.“ Sie hob hervor, dass zahlreiche Kinder, Jugendliche, Ehrenamtliche und Fachleute an der Umsetzung beteiligt gewesen seien.
So sammelten Kinder der Sterntaler-Münzen-Gruppe über 40 Münzen aus unterschiedlichen Ländern für die Station „Geld der Welt“. Besucherinnen und Besucher können diese Münzen künftig im Inneren einer Tastbox ertasten und mit Papier abpausen. Ergänzt wird die Station durch eine Weltkarte, bei der mit einem sogenannten sprechenden Stift Informationen zu Herkunftsländern und Münzen abgerufen werden können.
Unterstützt wurde die Gestaltung unter anderem von den Grafikdesignern Beate und Paul Röhlsberger, die historische und moderne Weltkarten entwarfen. Der Numismatiker Herr Hamborg steuerte zusätzliche Informationen zu historischen Münzen bei.
Eine weitere Station widmet sich dem „kleinen Johann Alewin“, einem Kind aus der Frühen Neuzeit, dessen Grabstein Teil der Dauerausstellung ist. Jugendliche sprachen die Geschichte des kleinen Johann bei Radio ZuSa in mehreren Sprachen ein. Beteiligt waren Faiza, Farah, Aurelie, Dandy, Silas und Ava. Aufgenommen wurden die Texte von Carsten Schlüter. Die Geschichte selbst stammt von Verena Görke. Die passende Mantel-Replik fertigte Kostümbildnerin Sabrina Doemlang in Handarbeit an.
Für die Übersetzungen arbeiteten Marc Bastet, Petra Moncayo, Dina al Nasser und Rebecca Kennedy ehrenamtlich mit. Rebecca Kennedy entwickelte zudem das neue Museums-Maskottchen „Ullo“, das auf den Boxen zu sehen ist.
Weitere Unterstützung kam unter anderem von Kai Kullack, Tischlerin Dagmar Meyer und ihrem Mitarbeiter Torben, Herrn Baumann von AV Medien, Christian Meyer, Angelika Weber, Jutta Landefeld, Frau Dr. Böttcher, Luise Hinrich, den Beteiligten aus dem BAXX Kinder- und Jugendzentrum Uelzen, Swantje Traore vom CJD, dem Kunsthandel Sabatier, Karsten Blum von HGB sowie Dr. Ulrich Brohm und David Häberle.
Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm betonte während der Veranstaltung die Bedeutung solcher Gemeinschaftsprojekte für die Museumsarbeit. Viele Ideen und Angebote könnten von einem Museum allein nicht umgesetzt werden. Die neuen Stationen seien deshalb auch Ausdruck dafür, wie stark das Museum in der Stadtgesellschaft verankert sei.
Im Gespräch erklärte Heike Thiele, dass das Projekt bewusst unterschiedliche Gruppen zusammenbringen sollte. Beteiligt gewesen seien Kinder und Jugendliche aus dem BAXX, Schülerinnen und Schüler mit internationalen Wurzeln, Austauschschülerinnen und Austauschschüler sowie zweisprachig aufgewachsene Kinder aus Uelzen.
Die vier Stationen greifen jeweils bestehende Themenbereiche der Dauerausstellung auf. Neben der Münzstation und der Geschichte des kleinen Johann gibt es eine Quiz-Station zur Kommunalpolitik rund um die erste frei gewählte Uelzener Ratsfrau Anna Meyer. Dort sollen Besucherinnen und Besucher zwischen echten und erfundenen Geschichten unterscheiden – ein spielerischer Ansatz, der künftig auch bei Workshops zum Thema Künstliche Intelligenz und Fake News genutzt werden soll.
Eine vierte Station beschäftigt sich mit dem Künstler Georg Wolf. Besucherinnen und Besucher können dort Farben, Bilddetails und künstlerische Techniken auf verschiedene Weise entdecken und ausprobieren.
Alle Stationen setzen auf unterschiedliche Sinneseindrücke wie Hören, Tasten, Sehen und Mitmachen. Ziel sei es laut Museum, Geschichte und Kultur nicht nur über Texte und Vitrinen zu vermitteln, sondern aktiv erfahrbar zu machen. Mehrsprachige Inhalte sollen zudem Menschen mit internationaler Herkunft sowie Touristinnen und Touristen den Zugang erleichtern.
Zum Internationalen Museumstag am 17. Mai können Besucherinnen und Besucher die neuen Angebote erstmals vollständig ausprobieren. Danach bleiben die Stationen dauerhaft Bestandteil der Dauerausstellung im Uelzen Museum.
Redaktion
Uelzener Presse
Foto: Uelzener Presse
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