Jung trifft alt, Theorie trifft Praxis: LINGA Wochen bringen in Lüneburg Studierende, Senior*innen, Angehörige und Praxispartner zusammen
Einfach mal über den Tellerrand hinausschauen und neu denken, darum geht es bei den LINGA Wochen, einem Projekt der Wirtschafts- und Innovationsagentur Niedersachsen.next. Zwischen dem 4. und 22. Mai 2026 kommen Studierende aus unterschiedlichen Fachrichtungen von sechs niedersächsischen Hochschulen zusammen, um für das Alter zu forschen. Auftakttreffen und Siegerehrung finden in Lüneburg statt.
Thema in diesem Jahr: PfleGemeinsam – Pflegende An- und Zugehörige entlasten sowie Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ermöglichen. Derzeit sind in Deutschland rund 5 Millionen Menschen pflegebedürftig. Davon werden rund 84 Prozent zu Hause versorgt, meist von Angehörigen und nahestehenden Personen. Die Mehrheit der 7,1 Millionen pflegenden Angehörigen und Nahestehenden ist gleichzeitig erwerbstätig. Gute und innovative Lösungen sowie kreative Produktideen sind also dringend von Nöten, um auf beiden Seiten die Lebensqualität zu steigern.
Die interdisziplinären Studierenden-Teams kommen mit Partnern aus Landkreis, Stadt, Pflegeeinrichtungen, Arbeitgeberverband und Wirtschaftsförderung sowie Senior*innen und Angehörigen aus dem Landkreis Lüneburg zusammen. Bei einem so genannten Generationendialog zu Beginn der LINGA Wochen werden Herausforderungen identifiziert, denen sich die Nachwuchs-Forschenden anschließend mit Unterstützung von Mentor*innen gut zwei Wochen lang widmen, bevor sie ihre innovativen Lösungen vor einer Fachjury präsentieren.
Die besten Teams werden ausgezeichnet und erhalten ein Preisgeld vom Arbeitgeber-Verband Lüneburg-Nordostniedersachsen. Abgesehen von dieser Prämierung sind die LINGA Wochen für die Studierenden eine gute Gelegenheit, abseits der Theorie an praktischen Problemen vor Ort zu arbeiten und Kompetenzen für ihr Berufsleben zu sammeln. Für die Partner gibt es wichtige Impulse für die Praxis, wenn im fach- und generationenübergreifenden Dialog Bedarfe und Ressourcen eng miteinander abgestimmt werden. Und bekanntermaßen entstehen die besten Innovationen, wenn man die Perspektive wechselt.
Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung. Für Minister Dr. Andreas Philippi bietet die Veranstaltung einen Mehrwert für alle Generationen und Partner: „In den kommenden Jahren wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen weiter steigen. Gleichzeitig möchte die Mehrheit von ihnen nachvollziehbarerweise so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden gepflegt werden. Damit dies verlässlich gelingen kann, braucht es gute Konzepte und ein gelingendes Zusammenspiel zwischen Pflegebedürftigen, Angehörigen, kommunalen Trägern und Wirtschaft. Die LINGA Wochen bieten eine hervorragende Grundlage, um aus theoretischen Ideen gelebte Praxis zu machen.“
Lüneburgs Landrat Jens Böther unterstreicht das: „Wir freuen uns sehr, in diesem Jahr Gastgeber für dieses bundesweit einzigartige Format zu sein. Wir möchten die Chance nutzen, gemeinsam mit Experten und Akteuren aus dem Gesundheitswesen Ideen für eine generationengerechte Zukunft zu entwickeln. Denn das Thema betrifft nicht nur unseren Landkreis oder das Land Niedersachsen, sondern unsere ganze Gesellschaft.“
Auf Erfolgskurs nach den LINGA Wochen
Im vergangenen Jahr haben Studierende aus Hildesheim und Vechta mit ihrer App „Betrugsradar“ den zweiten Platz belegt. Sie soll Senior*innen helfen, Enkeltrick-Anrufe besser zu erkennen und gibt Verhaltenstipps. Derzeit wird die App in Workshops praxiserprobt; nach entsprechenden Förderungen oder Investitionen wird gesucht.
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Foto: Fox / Pexels
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