Mittwoch, 9. September 2026

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Georg Lipinsky: „Zeit 85“ – Ausstellung zur konkreten Biografie eines Uelzener Künstlers

Im Museums- und Heimatverein des Kreises Uelzen ist am Samstag, 13. Dezember 2025, die Ausstellung „Zeit 85 – Kollagen und Texte. Eine konkrete Biografie“ des Künstlers Georg Lipinsky eröffnet worden. Die Schau ist bis zum 1. März zu sehen und widmet sich dem Lebensweg des 1940 geborenen Künstlers in Form von 85 Collagen, ergänzt durch erläuternde Texte.

Zur Eröffnung war der Ausstellungsraum bis auf den letzten Platz gefüllt. Aufgrund des großen Interesses mussten kurzfristig zusätzliche Sitzgelegenheiten organisiert werden. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Katharina Lipinsky, der Tochter des Künstlers.

Unter den Gästen befanden sich unter anderem Bürgermeister Jürgen Markwardt sowie Dr. Julia Baumgarten, Leiterin des Querschnittsdezernats des Landkreises Uelzen.

Begrüßung und Einführung

Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm begrüßte die Anwesenden und dankte Georg Lipinsky für die Bereitstellung seiner Arbeiten. Ebenso würdigte er die Mitarbeitenden des Museums, die gemeinsam mit dem Künstler und dem Ausstellungsteam die Präsentation vorbereitet hatten. Die inhaltliche Einführung überließ Brohm bewusst den weiteren Rednern und übergab das Wort an Otto Lukat.

Otto Lukat, 1. Vorsitzender des Museums- und Heimatvereins des Kreises Uelzen e. V., stellte Georg Lipinsky persönlich vor. Er betonte, dass er den Künstler seit rund 45 Jahren kenne und verwies auf frühere Ausstellungen, darunter die größere biografische Präsentation im Jahr 2001. Lipinskys Werk sei eng mit seiner eigenen Lebensgeschichte sowie mit gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen verbunden.

Lukat ging auch auf Lipinskys Arbeitsweise ein. Der Künstler selbst habe diese einmal so beschrieben, dass es ihm darum gehe, Wirklichkeit als Abbild und als realen Gegenstand miteinander zu verbinden und neu zusammenzusetzen. Dabei entstünden neue Zusammenhänge, in denen verborgene Bezüge sichtbar werden könnten. Lipinsky arbeite für die Ausstellung mit Collagen aus unter anderem Briefmarken und Bildmaterial aus farbigen Werbe- und Printmedien. Symbolik spiele dabei eine zentrale Rolle.

Anhand einzelner Werkbeispiele erläuterte Lukat, wie Lipinsky gesellschaftliche Themen aufgegriffen habe, etwa Stadtentwicklung, ökologische Fragen oder politische Konflikte. Auch Lipinskys Engagement in der Friedensbewegung, in kirchlicher Arbeit sowie seine Zeit im Rat der Stadt Uelzen fanden Erwähnung.

Persönliche Erinnerungen und Weggefährten

Uwe Harnack, der den Künstler seit rund 60 Jahren kennt, berichtete über gemeinsame Stationen im Berufsleben. Er erinnerte an die Zeit als junge Lehrer im Landkreis Uelzen, an gemeinsame Erfahrungen im Schuldienst sowie an die spätere Zusammenarbeit in politischen Gremien und Ausschüssen. Harnack dankte Lipinsky für die langjährige Freundschaft und den gemeinsamen Austausch über pädagogische, kulturelle und gesellschaftliche Fragen.

Werk und Wirken von Georg Lipinsky

Georg Lipinsky wurde 1940 in Ellrich in Thüringen geboren und lebt seit 1968 in Uelzen. Nach dem Studium an der Pädagogischen Hochschule Göttingen war er von 1966 bis 2006 als Kunsterzieher im Schuldienst tätig. Parallel entwickelte er ein umfangreiches künstlerisches Werk, das vor allem durch Collagen und Mischtechniken geprägt ist.

Ein zentrales Projekt ist seine „Konkrete Biografie“, bei der er für jedes Lebensjahr eine eigene Collage geschaffen hat. Persönliche Erlebnisse werden darin mit zeitgeschichtlichen Ereignissen aus Deutschland und der Welt verknüpft. Seine Arbeiten gelten als politisch und gesellschaftlich reflektierend, oft auch bewusst irritierend.

Neben seiner künstlerischen Arbeit engagierte sich Lipinsky über viele Jahre im kulturellen Leben der Stadt. Er war Vorsitzender des Kulturkreises Uelzen e. V., Gründungsmitglied des Kunstvereins Uelzen sowie Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Uelzen. Für sein Wirken erhielt er 2009 den Kulturpreis des Landkreises Uelzen und 2016 die Ehrengabe der Stadt Uelzen.

Mit der Ausstellung „Zeit 85“ gibt der Museums- und Heimatverein einen umfassenden Einblick in Leben und Werk eines Künstlers, der über Jahrzehnte hinweg das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Uelzen mitgeprägt hat.

Redaktion
Uelzener Presse
Fotos: Uelzener -Presse.de

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