Söhne-Mannheims-Sänger Karim Amun über 30 Jahre Bandgeschichte und das Jubiläumskonzert in Uelzen
Drei Jahrzehnte Söhne Mannheims – das steht für Soul, Rap, Pop und unzählige emotionale Konzerterlebnisse. Am 1. November gastiert die Band im Rahmen ihrer Jubiläumstour in der Jabelmannhalle Uelzen. Vor dem Auftritt sprach Uelzener Presse mit Sänger Karim Amun über seine Rolle in der Band, die Bedeutung des Jubiläums und seine sehr persönliche Sicht auf Musik.
„Ich feiere mit Ehrfurcht, was da entstanden ist“
Als Karim Amun 2019 zu den Söhnen Mannheims stieß, war die Erfolgsgeschichte längst geschrieben. Für ihn, der die Band zuvor als Fan kannte, ist das Jubiläum eine besondere Erfahrung:
„Ich feiere mit Ehrfurcht, was da entstanden ist – das muss man erstmal schaffen“, sagt er. „Ich kannte die Söhne früher als Zuhörer. Heute selbst Teil davon zu sein, ist manchmal schwer zu begreifen.“
Der Tourauftakt in Mannheim war bereits ausverkauft, Uelzen ist nun die zweite Station der Jubiläumstour. Karim Amun, der aus Heidelberg stammt, war bislang noch nie in der Region, zeigt sich aber neugierig und voller Vorfreude auf den Auftritt:
„Im Norden war ich schon öfter, aber in Uelzen selbst noch nicht“, sagt er. „Ich mag die Lüneburger Heide und die Menschen hier – sie haben oft einen ehrlichen, offenen Zugang zu Musik.“
Nähe statt Distanz
Die Jabelmannhalle ist für ihre intime Atmosphäre bekannt – etwas, das Amun besonders schätzt.
„Je näher wir am Publikum sind, desto besser. Auf der Bühne entsteht dann etwas Echtes. Musik ist keine Einbahnstraße – sie lebt davon, dass man sie gemeinsam erlebt.“
Dass die Söhne Mannheims seit jeher für Vielfalt und Toleranz stehen, spürt man laut Amun gerade in kleineren Städten besonders:
„In kleineren Orten machen sich die Leute auf den Weg, nehmen sich Zeit, um zur Show zu kommen. Das ist oft eine ganz andere Energie. Wir sind eine sehr nahbare Band – das passt gut zusammen.“
Wandel, Vielfalt und ein neues „Wir“
Seit dem Ausstieg von Xavier Naidoo im Jahr 2017 hat sich die Band neu aufgestellt. Mit neuen Stimmen und einem klaren Bekenntnis zu Vielfalt, Musik und Gemeinschaft. Für Amun ist das kein Bruch, sondern eine Entwicklung:
„Die Welt dreht sich weiter, und wir mit ihr. Die Söhne waren nie auf einen Stil festgelegt – wir kommen aus unterschiedlichen Ländern, haben verschiedene Hintergründe und bilden trotzdem ein Ganzes. Das ist unser Sound.“
Mit Songs wie „Fragmente“ und „Heimweg“ zeigen die Söhne, dass sie sich musikalisch weiterentwickeln.
„Wir erzählen Geschichten, die sich aus dem Leben ergeben. Gefühle sind die Basis. Gerade in schwierigen Zeiten wollten wir Mut machen“, sagt Amun.
Das aktuelle Album „Kompass“ steht sinnbildlich für Orientierung und Zusammenhalt:
„Jeder kann den Text für sich interpretieren. Es geht darum, sich selbst wiederzufinden – oder auch mal zu verlieren. Das gehört zum Leben dazu.“
Vom Schreiner zum Sänger
Dass Karim Amun heute auf großen Bühnen steht, war nicht geplant. Der 38-Jährige ist gelernter Schreiner, hat Möbel entworfen oder Rugby gespielt.
„Ich habe immer gemacht, worauf ich Lust hatte“, sagt er rückblickend. „Das Handwerk hat mir Respekt vor Arbeit beigebracht.“
„Manchmal zieht es mir die Schuhe aus“
Wenn Amun über seine Lieblingsmomente auf der Bühne spricht, wird er nachdenklich. Besonders die Songs „Kompass“ und „Ich habe Liebe für dich“ liegen ihm am Herzen:
„An ‚Kompass‘ durfte ich selbst mitschreiben – das Stück ist für mich wie ein kleines Baby“, erzählt er. „Und bei ‚Ich habe Liebe für dich‘ ist die Botschaft das Entscheidende.“
Was das Publikum in Uelzen erwartet, fasst Amun knapp zusammen:
„Eine Show mit allem, was die Söhne ausmacht – alte Klassiker, neue Songs, echte Begegnung. Wir freuen uns wahnsinnig auf diesen Abend.“
Jede Show, sagt Amun, entwickle sich dynamisch – getragen von der Stimmung im Saal und dem Zusammenspiel innerhalb der Band. So entstünden immer wieder neue, bewegende Momente – nicht nur bei diesen beiden Songs, sondern im gesamten Konzertverlauf.

Jubiläumstour mit Geschichte
Die Söhne Mannheims feiern in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Was 1995 als Projekt rund um Xavier Naidoo, Claus Eisenmann, DJ Billy Davis (†) und Michael Herberger begann, ist heute eine eingespielte Band aus zehn Musikern:
Dominic Sanz, Giuseppe Porrello, Karim Amun, Michael Klimas, Rapper Metaphysics, Florian Sitzmann, Ralf Gustke, Edward Maclean, Kosho und Thilo Zirr.
Mit ihrem Mix aus Soul, Pop, Rap und Reggae haben die Söhne über Jahrzehnte Maßstäbe gesetzt – Alben mit Gold- und Platinstatus, Songs wie „Und wenn ein Lied“ oder „Geh davon aus“ zählen längst zu modernen Klassikern.
Am 1. November 2025 bringen sie diesen Sound nach Uelzen – mit einer über zweistündigen Live-Show und einer musikalischen Zeitreise durch drei Jahrzehnte Bandgeschichte.
30 Jahre Söhne Mannheims – das Konzert
1. November 2025, Jabelmannhalle Uelzen
Beginn: 20 Uhr – Einlass: 19 Uhr
Meet & Greet mit der Band nach dem Konzert
Karten unter: https://www.eventim.de/event/soehne-mannheims-jabelmann-veranstaltungshalle-20741813
Die Fans dürfen sich auf eine emotionale, energiegeladene Jubiläumsshow freuen – und auf Musiker, die nach drei Jahrzehnten noch immer genau wissen, warum sie auf der Bühne stehen.
Redaktion
Uelzener Presse
Fotos: KARIM AMUN
Gruppenbild – Foto: Upgedreht
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