Dienstag, 14. Juli 2026

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Über 100 Zuhörer wollten acht Kandidaten befragen

Auf dem Saal des Landgasthofes Grützmacher in Ostedt waren über 100 Zuhörer der Einladung des Landwirtschaftlichen Verein Wieren und Umgegend zur Podiumsdiskussion mit allen acht Landtagskandidaten gefolgt. Vereinsvorsitzende Andrea Behn war zufrieden, dass neben vielen Landwirten auch Wähler aus vielen anderen Berufsgruppen die Gelegenheit zur Information nutzten. Erfreulich auch, dass neben Rentnern auch junge Wähler dabei waren. Kleine amüsante Randnotiz: Kein Handyklingeln störte, denn Ostedt in dieser Hinsicht ein „schwarzes“ Loch. Da waren sich alle Kandidaten einig: Es muss eine flächendeckende Versorgung geben.

Diskussionsleiter Carsten Schlüter, Moderator beim Lokalsender „Radio ZuSa“ hatte vom Veranstalter zwar einen „Fragenkatalog“ erhalten, aber die sehr disziplinierten Kandidaten und insbesondere die vielen Fragen aus dem Auditorium machten es ihm leicht. Dennoch, statt der geplanten 90 Minuten waren es am Ende über zwei Stunden geworden.

Schon bei den Eingangsstatements wurden Themenschwerpunkte deutlich. Andreas Dobslaw, einer von acht Einzelbewerbern für die Wahl in den Niedersächsischen Landtag, machte „Wasser“ zu einem der Schwerpunkte. Sein Platznachbar, Thorben Peters (Linke) machte sich wenig Hoffnungen auf ein Direktmandat. Christian Tebbe (FDP) ließ erkennen, dass weniger Regulierungen sein Thema sind. Der direkt gewählte aktuelle Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer (CDU) stellte Innovationen als einen Punkt zur Bewältigung der derzeitigen Herausforderung in den  Mittelpunkt. Jan Henner Putzier (SPD) forderte bei allen Maßnahmen Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt zu stellen. Pascal Leddin (Grüne), als jüngster Kandidat der Runde forderte ein „Wassermanagement“. Auch für Christian Dörhöfer (AfD) war Wasser ein wichtiges Thema. Dierk Pellnath (Freie Wähler) plädierte für weniger Vorschriften.

Landwirtschaftspolitik war dann auch der erste Themenschwerpunkt, der nicht unerwartet viel Diskussionszeit in Anspruch nahm. Schließlich gehört Ökolandwirtschaft versus konventionelle Landwirtschaft zu den wichtigsten Fragen im ländlichen Raum. Die Antwort, die zwar im Detail bei allen Kandidaten Unterschiede erkennen ließ, lautete aber: Beide Wirtschaftsformen müssen nebeneinander betrieben werden. Bürokratie beschäftigt auch die Landwirtschaft sehr. Einig war man sich über die Reduzierung, aber ganz ohne Vorschriften wird es nicht gehen. Zum Thema Wasserbedarf und Feldberegnung gab es schon unterschiedliche Vorschläge zur Bewältigung der sich abzeichnenden Mangelsituation. Ein aktuelles Thema war die Energie- und insbesondere Gasversorgung. Das Stichwort lautete: „Nutzung von Biogasanlagen“. Sehr konkrete und schnelle Maßnahmen scheint es aber nicht zu geben. Bei dem damit naheliegenden Thema: Atomkraft war eindeutig: Putzier, Leddin und Peters lehnen die Nutzung weitgehend ab. Hillmer, Tebbe, Dobslaw, und Pellnath sind für eine vorübergehend weitere Nutzung, noch weiter ging in dieser Frage Dörhöfer.

Ungewöhnlich für eine Podiumsdiskussion war eine Abstimmung zum Thema: Bau A39. Das wenig überraschende Ergebnis: 6 x ja, 2x nein. Moderator Carsten Schlüter wollte es damit aber nicht bewenden lassen. Alle Kandidaten begründeten ihr per Handzeichen abgegeben es Votum. Lacher, wenn dazu die lautstarke jeweilige Feststellung eines Besuchers mit „wählbar“ oder eben auch „nicht wählbar“ erfolgte.

Das angenehme Fazit vieler Besucher der Podiumsdiskussion war, dass trotz acht Kandidaten alle ausreichend zu Wort kamen, die Diskussionen diszipliniert und fair verliefen und man durchaus mit neuen Erkenntnisgewinnen für die Landtagswahl am 9. Oktober nach Hause ging.

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