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Zum Schutz der Artenvielfalt: Bremsenfallen in Schutzgebieten verboten

Landkreis LÜNEBURG. Sie sollen Pferde von lästigen Bremsen schützen, bedrohen damit aber viele nützliche und zum Teil seltene Tiere: So genannte Bremsenfallen sind eine Gefahr für den Insekten- und Artenschutz und deshalb nach einem Erlass des Landes Niedersachsen in Schutzgebieten verboten. Darauf weisen der Landkreis Lüneburg und die Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue hin. Konkret bedeutet das: Auf Pferdeweiden, die sich in Naturschutzgebieten, im Gebietsteil C des Biosphärenreservates „Niedersächsische Elbtalaue“, in Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebieten oder in gesetzlich geschützten Biotopen befinden, dürfen die Bremsenfallen nicht aufgestellt werden.

Eine Bremsenfalle besteht aus einem großen, schwarzen Gummiball unter einem trichterförmigen Netz. Der Wärme abstrahlende Korpus soll ein Pferd simulieren und so die blutsaugenden Insekten anlocken. Diese finden aus dem Netz nicht mehr heraus und verenden schließlich. Allerdings ist der Nutzen der Konstruktion sehr fraglich. Denn Studien kommen zu dem Ergebnis, dass es sich bei der Bremsenfalle um keine selektive Fangmethode handelt. Stattdessen liegt der Anteil der gefangenen und getöteten Insekten, die keine Bremsen sind, bei bis zu 98,5 Prozent. „Das weltweite Insektensterben findet auch vor unserer Haustür statt“, betont Dr. Franz Höchtl von der Biosphärenreservatsverwaltung. „Hier aber im Umfeld der Elbe leben unter anderem seltene Wildbienenarten, die es anderen Orten nicht mehr gibt und die es unbedingt zu schützen gilt.“ Maja Züghart vom Fachdienst Umwelt des Landkreises Lüneburg ergänzt: „Ich kann verstehen, dass Pferdehalter sich um ihre Tiere sorgen. Aber Bremsenfallen haben nur eine geringe Wirkung, richten dafür jedoch einen großen Schaden für unsere Artenvielfalt an. Unser Wunsch ist deshalb, dass Pferdehalter auch außerhalb der Schutzgebiete ganzjährig auf diese Fallen verzichten.“

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