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EBSTORF. Sie sitzen am Beckenrand, die Beine baumeln im Wasser und dann beginnen alle zu strampeln. Einige drehen den Kopf zur Seite, um möglichst kein Wasser in die Augen zu bekommen, anderen macht es nichts aus. „Wir beginnen mit Übungen, um die Kinder mit dem Element Wasser vertraut zu machen“, schildert der Fachangestellte für Bäderbetriebe Heiko Förstel. Sechs Schwimmkurse werden aktuell im Hallenbad des Ebstorfer Wald@mars angeboten. „Die Warteliste ist sehr lang“, weiß Badleiter Dominik Wolf. Deshalb werden ab dem 21. Juni sechs weitere Anfängerkurse ins Leben gerufen. Wie notwendig die Schwimmkurse sind, betont auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Sie blickt mit Sorge auf den nahenden Start der Badesaison insbesondere in den Binnengewässern und Küstenabschnitten und befürchtet eine Verschlechterung der Schwimmfertigkeiten. „Durch Corona und seine Folgen haben wir signifikant mehr Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer in Deutschland, was nicht zuletzt ein dauerhaft erhöhtes Ertrinkungsrisiko innerhalb der Bevölkerung zur Folge hat“, sagt DLRG-Präsident Achim Haag.

In erster Linie profitieren also vor allem Kinder, die noch nicht schwimmen können, davon, dass das Außenbecken des Ebstorfer Wald@mars geschlossen bleiben muss. Die Schließung des Freibeckens hat nämlich zur Folge, dass das Hallenbad den gesamten Sommer über geöffnet bleibt und die Samtgemeinde witterungsunabhängig einen Schwimmkurs nach dem anderen anbieten kann. Die ohnehin schon schnell ausgebuchten Anfängerkurse sind durch die Corona-Pandemie und der damit verbundenen Schließung der Bäder gefragter denn je.

„Natürlich ist es bedauerlich, dass das Freibecken geschlossen bleiben muss“, sagt Samtgemeindebürgermeister Martin Feller. Doch das austretende Chlorwasser ist nicht mit einer kleinen Reparatur zu stoppen – grobe Schätzungen für eine provisorische Maßnahme liegen in einem unteren fünfstelligen Bereich. Und das für ein Schwimmbecken, das im kommenden Jahr abgerissen werden wird. Feller: „Auf unsere Nachfrage beim Umweltamt des Landkreises Uelzen wurde uns klar und deutlich gesagt, dass das Becken im derzeitigen Zustand nicht mehr genutzt werden darf. Eine Sanierung ist in unseren Augen angesichts des bevorstehenden Abrisses und Neubaus nicht wirtschaftlich.“

Zu den Schwimmkurse gesellen sich ab dem 14. Juni auch die Vereine des Klosterfleckens. Der TuS Ebstorf bietet montags von 16:30 bis 17:45 Uhr Migrationsschwimmen an, im Anschluss ist die DLRG-Ortsgruppe Ebstorf im Hallenbad. Zudem wird die Halle ab dem 22. Juni von dienstags bis freitags im Anschluss an die Schwimmkurse zwischen 16 und 19 Uhr für den öffentlichen Badebetrieb freigegeben und am Wochenende von 13 bis 19 Uhr. Mit dem Start der Sommerferien (ab dem 20 Juli) kann von dienstags bis sonntags von 13 bis 19 Uhr das Hallenbad von der Öffentlichkeit genutzt werden. Die zwei weiteren Schwimmkurse finden zeitlich davor statt.

„Wir wollen die Situation für alle so optimal wie möglich nutzen“, verspricht Feller. Sein Dank gilt vor allem den Badangestellten, die hochmotiviert sind, ein gutes Angebot im Waldemar zu schaffen. Entgegen der vorherigen Jahre bleiben Rosenbad und Wald@mar in den Sommerferien personell bedingt allerdings montags geschlossen, weil es trotz intensiver und frühzeitiger Bemühungen aufgrund der Arbeitsmarktlage – der Beruf Fachangestellte für Bäder ist ein absoluter Mangelberuf – leider nicht gelungen ist, offene Stellen zu besetzen. „Sollte es zu kurzfristigen personellen Ausfällen kommen, können wir nicht ausschließen, dass es zu Einschränkungen in den Öffnungszeiten kommt“, befürchtet der Samtgemeindebürgermeister.

Hinsichtlich der Nutzung und des Umbaus des Wald@mars plant die Samtgemeinde eine Informationsveranstaltung in Ebstorf, die nunmehr in der letzten Juni-Woche vorgesehen ist. Dann wird auch der Objektplaner für die Sanierung des Wald@mar-Außenbereichs vor Ort sein.

Die Kinder in den Schwimmkursen machen sich wenig Gedanken, ob sie in der Schwimmhalle oder im Freibecken Schwimmen lernen. Sie führen ihren eigenen Kampf mit dem Element Wasser. Und selbst in der warmen Halle klappern die ein oder anderen Milchzähne vor Kälte.

„Wir nehmen den Aufruf der DLRG sehr ernst, dieser dramatischen Situation entgegenzuwirken und freuen uns über jedes Kind, das sicher schwimmen kann“, so Martin Feller.

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