Mobile Luftfiltergeräte im Blick: Pilotprojekt mit Schulen – Kreistag entscheidet Ende Juni

Landkreis LÜNEBURG. Masken, Abstand, Lüften, Handhygiene – diesen Infektionsschutz-Vierklang haben die Schülerinnen und Schüler im Landkreis Lüneburg seit vielen Monaten verinnerlicht. Mit Luftfilteranlagen in Klassenräumen will die Kreispolitik in einem Pilotversuch jetzt einen weiteren Baustein hinzufügen. Dies war das Ergebnis des Hochbauausschusses am 21. April 2021, heute (Montag, 3. Mai 2021) signalisierte der Kreisausschuss Zustimmung für das Projekt. Endgültig entscheidet der Kreistag am 24. Juni 2021.

Die Kreispolitik will die „Luft in den Klassenräumen intensiv in den Blick nehmen“, so hieß es in der Diskussion im Hochbau-Ausschuss. Der Kreiselternrat hatte zuvor Kontakt zu den Schulen aufgenommen. Ergebnis: Neun Schulen im Kreisgebiet zeigten Interesse. In der engeren Auswahl sind die Integrierte Gesamtschule Embsen, die Schule am Katzenberg in Adendorf sowie die Jörg-Immendorff-Schule in Bleckede – so wären unterschiedliche Schulformen abgedeckt, gleichzeitig hat der Kreis als Schulträger Zugriff auf die Gebäude. Die Gebäudewirtschaft wird dort jeweils einen Raum mit mobilen Luftreinigungsgeräten ausstatten.

Das Ziel: Herausfinden, wie sich der Einsatz der Geräte im Unterrichtsalltag bewährt und ob es dadurch weniger Infektionen gibt. „Die Wirkung für den Infektionsschutz zu beurteilen, wird eine Herausforderung“, erklärte Yvonne Hobro, Fachbereichsleiterin Soziales, im Ausschuss. Ansteckungen innerhalb der Klassen seien bisher absolute Ausnahmen: „Wenn Kinder und Jugendliche sich gegenseitig anstecken, sind sie auch außerhalb der Schule miteinander befreundet und in Kontakt. Im Klassenraum sind aufgrund der Maskenpflicht keine Ansteckungen festzustellen – im Gegensatz zu den Kitas, da die Kinder dort keine Masken tragen.“

Ein eher kritisches Auge auf die Luftreiniger hat auch das Umweltbundesamt: „Nur im Ausnahmefall sinnvoll“, urteilten die Experten im Februar 2021. Ob die gesundheitlichen Vorteile tatsächlich überwiegen, sei unklar. Durch die Geräte steige die Lärmbelastung im Raum, bei einigen Modellen gelangen chemische Verbindungen in die Luft. Ende 2020 fand sich für einen Antrag daher im Hochbau-Ausschuss noch keine Mehrheit. Nun soll die Praxistauglichkeit der Geräte durch Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler getestet werden – mit der Perspektive, dass Wechsel- und Distanzunterricht hoffentlich in einigen Monaten zur Geschichte gehören und wieder mehr Normalität einkehrt.

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