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Weihnachten vor 70 Jahren

WIEREN. Festlich beleuchtete Tannenbäume und Adventskränze schmücken viele Dörfer im Kreis Uelzen. In Wieren hat der Arbeitskreis Handel, Handwerk und Gewerbe (HHG) seit vielen Jahren diese Arbeit übernommen. Neben einem großen Baum an der Hauptstraße ist auf dem „Treffpunkt Wieren“ ein großer Adventskranz aufgestellt worden. Zusätzlich schmücken Tannenbäume den regelmäßig wöchentlich als Wochenmarkt genutzten Platz. Die seit 16 Jahren üblichen Feierstunden zum Erleuchten der Adventskerzen mussten in diesem Jahr allerdings coronabedingt ausfallen.

Dieter Somieskis Radiogeschäft – Haus vor der St. Jakobuskirche

Sicherlich etwas überrascht ist man, wenn man in einem vom Hobbychronisten Erhard Behn (†) 1995 herausgegebenen Fotokalender blättert. Vor der St. Jakobuskirche an der Hauptstraße, die auch vom Arbeitskreis HHG ausgeleuchtet wird, steht 1950 ein beleuchteter Tannenbaum auf einem Verkaufspavillon. Vor 70 Jahren sicherlich etwas Besonderes. Dieter Somieski, aus Leipzig stammend, hatte 1949 vor dem kleinen Wohnhaus ein Radiofachgeschäft eröffnet. Er ließ aus einem Lautsprecher zu Weihnachten die bekannten Lieder erklingen. 1953 konnten die Wierener dann im Schaufenster sogar erstmals Fernsehen.
Gerade in der aktuellen Pandemiezeit ist die Bildunterschrift im Kalender bemerkenswert: „Auch die fünfte Friedensweihnacht erleben unsere aus dem Osten vertriebenen Mitbürger noch in sehr beengten Wohnräumen. Die Wunden des Krieges sind noch längst nicht verheilt. Doch am Horizont ist deutlich das Deutsche Wirtschaftswunder zu sehen.“

Das Grundstück mit dem Pavillon vor der 1911 geweihten „neuen“ Kirche hat eine wechselhafte Geschichte. Der in der Nachbarschaft wohnende Auktionator Wilhelm Märtens, auch Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Vereins, hatte mit viel Liebe und Mühe einen terrassierten Garten angelegt. Als Kirchenvorsteher überließ er davon 1911 ein Stück der Kirchengemeinde, das als Treppe die 4,50 m von der Landesstraße hinauf zur Kirche führte. Ein kleines Haus am steilen Hang wurde als Wohnraum genutzt. Später siedelte sich ein Steinmetz an. Aktuell steht das ins Auge fallende Grundstück zum Verkauf. Das Haus steht leer und die Terrassenanlage ist verwaist.

ds




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