Soldaten gehen in die Luft – Lehrgangsteilnehmer aus Faßberg am Flugplatz Uelzen

UELZEN. Von einer militärischen Bedeutung des Flugplatzes Uelzen zu reden, wäre übertrieben. Doch in den letzten zwölf Monaten haben fast wöchentlich zwischen 12 und 30 Lehrgangsteilnehmer des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe in Faßberg den Flugsportverein Cumulus besucht. In dieser Woche ließen sich beispielsweise zwölf sogenannte „CAT B“-Techniker über die Allgemeine Luftfahrt informieren, unter ihnen eine Technikerin. Insgesamt waren es bislang an die 600 Soldaten.

Dabei geht es unter anderem um die Themen Lufträume, Flugregeln, Aerodynamik sowie Flugzeug-Technik. Ergänzt werden die Veranstaltungen durch Rundflüge mit Motorflugzeugen des Vereins. „Zur theoretischen Ausbildung in Faßberg ist das eine gute Ergänzung“, betont Stefan Kösel den Sinn und Zweck der Übung. Zudem seien manche der jungen Fluggerätemechaniker noch nie geflogen.

Stefan Kösel (31) unterrichtet als Lehroffizier in Faßberg Luftrecht und Flugzeugtechnik. Privat ist er Hobbypilot und Flugbetriebsleiter des Uelzener Flugsportvereins Cumulus. So kam der Ebstorfer auf die Idee, den Lehrgangsteilnehmern nebenher einen Einblick in die zivile Allgemeine Luftfahrt zu ermöglichen. Die Lehrgänge auf dem Fliegerhorst Faßberg dauern zwischen wenigen Tagen bis zu einem halben Jahr. Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland, vom jungen Unteroffizier bis zum gestandenen Oberst sind alle Dienstgrade dabei. „Zuletzt hatten wir eine sehr erfahrene Truppe zu Gast“, berichtet Kösel. Die Kameraden arbeiteten teilweise seit zehn Jahren an Flugzeugen der Flugbereitschaft in Köln und seien viel in der Welt herumgekommen. Die sogenannten CAT B-Techniker haben das Recht, Flugzeuge nach Wartungs- und Reparaturarbeiten wieder für den Flugbetrieb freizugeben. „Eine große Verantwortung, die eine intensive Ausbildung erfordert“, betont der Hauptmann.

Während in den Lerngruppen die Theorie im Vordergrund steht, ist Hörsaalleiter Kösel bei seinen Exkursionen auf dem Flugplatz Uelzen vor allem an der Praxis gelegen. Hier könnten beispielsweise die aerodynamischen Kenntnisse der Soldaten einem Realitätscheck unterzogen werden. Zu wissen, dass ein Flugzeug etwa in Steilkurven zunehmend an Auftrieb verliert, sei das eine. Es selbst zu erleben, ein anderes.

Dafür beteiligen sich die Soldaten an den Selbstkosten des Vereins. Die Exkursionen sind für sie freiwillig, allerdings ganz im Sinne der Führung des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe. „Unser Kommandeur befürwortet das Angebot“, unterstreicht Kösel. Und so wird „Herr Hauptmann“ seine Kameraden auch in den nächsten Wochen nach Uelzen einladen, für den Einklang von Theorie und Praxis sorgen und im Namen des Flugsportvereins Cumulus Gastfreundschaft üben. (Hartmut Merten)

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Fotos: Hartmut Merten

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