Arbeitsmarkt im Juli: Sommerzeit mit steigender Arbeitslosenzahl

Landkreise LÜNEGURG/LÜCHOW-DANNENBERG/HARBURG/UELZEN. Im Juli waren bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen 14.623 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenzahl nahm gegenüber Juni um 607 Personen (4,3 Prozent) zu. Im Vergleich zu Juli 2018 verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 456 Personen (3,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,8 Prozent, ein Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Vor einem Jahr wurde eine Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent verzeichnet.

„Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit hielt keine Überraschung parat. Wie üblich sorgten die Sommermonate für eine steigende Arbeitslosigkeit“, so Kerstin Kuechler-Kakoschke, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen. Geprägt wird der Sommer durch die Situation für Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt. So waren im Juli 1.867 Frauen und Männer unter 25 Jahre arbeitslos gemeldet. Dies waren 443 Personen (31,1 Prozent) mehr als vor einem Monat. Dabei blieb die Arbeitslosigkeit in dieser Personengruppe jedoch unter dem Vorjahreswert. Vor einem Jahr waren noch 58 Jugendliche (3,0 Prozent) mehr ohne Arbeit. Mit dem beginnenden Ausbildungsjahr und später dann mit dem Semesterbeginn wird die Jugendarbeitslosigkeit erfahrungsgemäß sinken.

„Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor von einer stabilen Dynamik geprägt“, betont die Agenturchefin, „Arbeitslosigkeit ist keine feste Größe, sondern durch Zu- und Abgänge beeinflusst“. Allein seit Jahresbeginn verzeichneten Arbeitsagenturen und Jobcenter im Agenturbezirk 25.814 so genannte Zugänge in die Arbeitslosigkeit – ein Minus zum Vorjahreszeitraum um 869 Zugänge (-3,3 Prozent). Gleichzeitig wurden 25.021 Abgänge erfasst, das waren -1.141 Abgänge weniger (-4,4 Prozent) als von Januar bis Juli des vergangenen Jahres. „Die Bewegung und gleichzeitig auch der nach wie vor hohe Bestand an freien Stellen zeigen, dass der regionale Arbeitsmarkt gute Perspektiven für Arbeitsuchende bietet“, so Kuechler-Kakoschke.

Arbeitslose Geflüchtete
Für den Juli belief sich die Zahl der arbeitslosen Geflüchteten, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk Lüneburg-Uelzen um Arbeit oder Ausbildung bemühen, auf 1.199 Arbeitslose (Vormonat: 1.192) im Kontext von Fluchtmigration[1].

Landkreis Harburg: 394 (Vormonat: 407)
Landkreis Lüchow-Dannenberg: 58 (Vormonat: 52)
Landkreis Lüneburg: 622 (Vormonat: 616)
Landkreis Uelzen: 125 (Vormonat: 117)

Entwicklung nach Rechtskreisen
Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich in beiden Rechtskreisen – Drittes Sozialgesetzbuch (SGB III) – Arbeitslosenversicherung – sowie Zweites Sozialgesetzbuch (SGB II) unterschiedlich. Im Rechtskreis SGB III lag die Arbeitslosenzahl im Juli bei 6.211 Personen und nahm gegenüber Juni um 648 Personen (11,6 Prozent) zu. Verglichen mit dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um 126 Personen (2,1 Prozent). Im Rechtskreis SGB II wurden 8.412 Arbeitslose registriert und damit 41 Personen (0,5 Prozent) weniger als im Juni. Im Vorjahresvergleich sank die Arbeitslosigkeit um 582 Arbeitslose (6,5 Prozent).

Stellenmarkt
Im Juli waren beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagenturen und Jobcenter 5.817 Stellenangebote gemeldet. Damit nahm der Stellenbestand gegenüber Juni um 77 Stellen (1,3 Prozent) und verglichen mit dem Vorjahresmonat um 600 Stellen (11,5 Prozent) zu. Im Monatsverlauf meldeten Unternehmen insgesamt 1.099 neue Stellenangebote. Die meisten Stellenzugänge kamen aus den Bereichen Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (418 Stellen, darunter: Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften mit 328 Stellen), Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz (169 Stellen), Gesundheits- und Sozialwesen (133 Stellen), Einzelhandel (110 Stellen) und Gastgewerbe (89 Stellen).

Unterbeschäftigung
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Zur Unterbeschäftigung zählen die Arbeitslosen und solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen[2] gefördert werden. Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im Juli bei 19.376 Personen und nahm gegenüber Juni um 380 Personen (2,0 Prozent) zu. Verglichen mit Juli 2018 verringerte sie sich um 368 Personen (1,9 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag im Juli bei 6,2 Prozent und stieg damit gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 6,4 Prozent.

Ausbildungsmarkt
Seit Oktober wurden den Arbeitsagenturen in Buchholz, Lüchow, Lüneburg, Uelzen und Winsen insgesamt 3.003 Ausbildungsstellen gemeldet. Dies waren 103 Stellen (3,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig suchten 3.428 Jugendliche die Berufsberatung auf. Das waren -266 Mädchen und Jungen (7,2 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Ende Juli waren noch 1.209 Ausbildungsstellen unbesetzt und 1.036 Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Lüneburg-Uelzen

Arbeitslosenquoten alle zivilen Erwerbspersonen
Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen gesamt: 4,8%

Unterbeschäftigung auf Ebene der Landkreise:
Harburg: 6.906 (Vormonat: +159/+2,4% Vorjahresmonat: -166/-2,3%)
Lüchow-Dannenberg: 2.151 (Vormonat: +38/+1,8% Vorjahresmonat: -15/-0,7%)
Lüneburg: 7.136 (Vormonat: +96/+1,4% Vorjahresmonat: -91/-1,3%)
Uelzen: 3.182 (Vormonat: +86/+2,8% Vorjahresmonat: -97/-3,0%)

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