Wiesenweihen-Rekordjahr im Landkreis Uelzen

Landkreis UELZEN. In diesem Jahr haben sich im Landkreis Uelzen viele Wiesenweihen angesiedelt. Diese eleganten Flugkünstler treten üblicherweise nur gelegentlich mit 1 bis 2 Paaren bei uns auf. Im Vorjahr gab es in ganz Niedersachsen nur 61 Brutpaare. Aktuell sind im Uelzener Raum bereits fünf Brutpaare bekannt und Beobachtungen liegen aus vielen weiteren Bereichen vor. Grund für diesen Bestandsanstieg ist die sehr hohe Feldmausdichte, die auch zu sehr guten Brutergebnissen bei Schleiereule und Mäusebussard führt.

Problematisch ist allerdings die Nistplatzwahl dieser kleinen Verwandten der Rohrweihe. Die Wiesenweihe brütet nur selten in Wiesen, dagegen aber überwiegend in Getreidefeldern. Bevorzugt in Wintergerste oder Winterweizen, da ihre natürlichen Brutplätze, wie offene Niedermoore oder Heiden, kaum noch vorhanden sind. „Und da liegt auch das Hauptproblem“, so Lars Wellmann, ehrenamtlicher Wiesenweihenbetreuer der Staatlichen Vogelschutzwarte für den Landkreis Uelzen. „Ausgerechnet die Wintergerste wird als erstes gemäht. Meistens zu einem Zeitpunkt, zu dem die Jungen noch nicht flügge sind.“ Aus diesem Grund ist es erforderlich, die Brutplätze der Bodenbrüter rechtzeitig zu finden, den Bewirtschafter zu unterrichten und einen Bereich abzugrenzen, der von der Mahd ausgespart wird.

Da die Zeit der Getreideernte naht, wird dazu aufgerufen, Brutstandorte oder Beobachtungen von Wiesenweihen zu melden. Die Männchen sind erkennbar an der grauen Färbung mit schwarzen Flügelspitzen, die Weibchen sind braun gefärbt und weisen einen weißen Fleck oberhalb des Schwanzes auf. Während die Weibchen brüten und die Jungen hudern und bewachen, versorgt

das Männchen die Brut mit Nahrung. Auffällig ist die Futterübergabe in Nestnähe, bei der das Männchen die Beute fallen lässt, die das Weibchen in der Luft auffängt.

Landwirte zeigen sich gegenüber den notwendigen Schutzmaßnahmen regelmäßig verständnisvoll, obwohl diese Teilflächen nicht abmähen können und Ertragseinbußen hinnehmen müssen. Der Bewirtschafter erhält dafür vom Land Niedersachsen eine Entschädigung. Diese richtet sich nach der Flächengröße, die nicht geerntet werden konnte und liegt zwischen 80 und 200 Euro. Derzeit ist ein kleines Team von Ehrenamtlichen im Landkreis unterwegs, um mögliche Brutstandorte ausfindig zu machen. Unterstützt wird es dabei durch das Umweltamt des Landkreises, das die Eigentümer heraussucht und den Bewirtschaftern bei der Abwicklung der Entschädigungszahlungen behilflich ist.

Auffällige Beobachtungen der Wiesenweihe, insbesondere auffliegende Weibchen aus einem Getreideschlag, Paare oder Futter tragende Vögel bitte melden an Herrn Lars Wellmann (0171-56 30 434, wellmann@lw-landschaftsplanung.de) oder an Herrn Lüders vom Umweltamt des Landkreises (0581-82 236 oder e.lueders@landkreis-uelzen.de).

Weitere Informationen bietet die Staatliche Vogelschutzwarte unter www.nlwkn.de > naturschutz > Staatliche Vogelschutzwarte.

PR
Fotos: Hans-J. Pelny

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