Gedenktafel erinnert an das Flüchtlingslager Uelzen-Bohldamm

UELZEN. Am kommenden Mittwoch, 19. Juni, um 17.30 Uhr, weiht die Hansestadt Uelzen eine Gedenktafel zur Erinnerung an das Flüchtlingslager Uelzen-Bohldamm ein. Interessierte sind hierzu herzlich eingeladen. Die Enthüllung findet statt auf dem Platz Ecke Bohldamm und Von-Estorff-Straße gegenüber der dortigen Kindertagesstätte.

An dieser Stelle befand sich das Uelzener Flüchtlingslager, das von September 1945 bis März 1963 etwa 1,3 Millionen Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten und 765.000 DDR-Flüchtlingen als erste Anlaufstelle diente. In der Einrichtung wurden die Flüchtlinge aufgenommen, registriert und in die gesamte Bundesrepublik verteilt. Ab 1947 lag die Hauptaufgabe darin, politisch verfolgte Flüchtlinge von den übrigen Zuwanderern aus Ostdeutschland zu unterscheiden. Uelzen war ab 1950 neben Gießen eins von zunächst zwei Bundesnotaufnahmelagern für DDR-Zuwanderer.

Das Flüchtlingslager Uelzen-Bohldamm bestand anfangs größtenteils aus Zelten und entwickelte sich bis 1956 zu einer „Barackenstadt“ von über 60 Gebäuden. Die Höchstkapazität an zu versorgenden Flüchtlingen lag zeitweise bei rund 8.000 Menschen. Bis zu 460 Mitarbeiter von Land und Bund stellten den Ablauf innerhalb des Lagers sicher. Außerdem waren im Lagerbetrieb zahlreiche ehrenamtliche Helfer und Wohlfahrtsorganisationen unentbehrlich.

„Mit dieser Gedenktafel möchten wir an das Schicksal vieler Flüchtlinge erinnern und auch ins Bewusstsein rufen, welch wichtigen Anteil das Lager mit seiner Arbeit zur Entwicklung der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft hatte“, sagt Bürgermeister Jürgen Markwardt. Stadtarchivarin Dr. Christine Böttcher und Dr. Arne Hoffrichter, Autor aus Hannover, der mit einer Studie über das Notaufnahmelager Uelzen promovierte, tragen während der Veranstaltung zur Bedeutung des Bohldammlagers vor.

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Fotos: Kreisarchiv bzw. Stadtarchiv

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