„Krach im Schlafzimmer – Diagnostik und Therapie des Schnarchens“

UELZEN. Wer nachts Bäume zersägt, strapaziert nicht nur die Ohren des Partners, sondern belastet auch die eigene Gesundheit. Gefährlich wird es für Schnarcher, wenn der Atemfluss während des Schlafens für mehrere Sekunden aussetzt. Häufen sich Atemaussetzer, sogenannte Apnoen, kann ein Schlaf-Apnoe-Syndrom vorliegen. Beim Themenabend im Helios Klinikum Uelzen am Mittwoch, 24. April 2019, informieren Privatdozent Dr. Michael Brehm, Chefarzt der Kardiologie, und Adrian Horcea-Milcu, Oberarzt der Neurologie, über die Ursachen des Schnarchens, zeigen die diagnostischen Möglichkeiten des Schlaflabors auf und erläutern, wie die Behandlung erfolgt. Der kostenlose Vortrag beginnt um 19 Uhr, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Laute Atemgeräusche in der Nacht sind weit verbreitet und nehmen mit dem Alter zu. Deutschlandweit schnarchen rund 60 Prozent der Männer, 40 Prozent der Frauen und sogar zehn Prozent der Kinder. Ursache des Schnarchens sind meist schwache Muskeln und schlaffes Gewebe im Rachen. „Das Zäpfchen und das sogenannte Gaumensegel – der Schleimhautlappen, an dem es hängt – flattern bei Schnarchern beim Ein- und Ausatmen unkontrolliert in der Luft herum“, erklärt Adrian Horcea-Milcu. Auch große Rachenmandeln oder ein verkürzter Unterkiefer können das Schnarchen begünstigen, da sie die Atemwege einengen.

Bei etwa der Hälfte der Betroffenen ist das nächtliche Schnarchen harmlos. Oft wird den störenden Atemgeräuschen des Partners durch Anstoßen ein vorübergehendes Ende gesetzt. „Wirklich erholsam ist der Schlaf jedoch für beide nicht. Die Tief- und Traumschlafphasen, also die Phasen des erholsamen Schlafes, werden durch die Weckreaktionen häufig unterbrochen beziehungsweise vermindert“, sagt der Neurologe. Die Folge können morgendliche Kopfschmerzen und Tagesmüdigkeit sein.

Das Schnarchen kann jedoch auch ein ernstzunehmendes Alarmsignal darstellen und auf eine schlafbezogene Atemstörung mit Atemaussetzern, sogenannten Apnoen, hindeuten. Wenn der Atemfluss für mehr als zehn Sekunden stockt, liegt ein Schlaf-Apnoe-Syndrom vor. Warnsymptome für krankhaftes Schnarchen sind nächtliches Erwachen mit Luftnotattacken, Atemaussetzer im Schlaf, Mundtrockenheit und Kopfschmerzen nach dem Aufwachen. „Durch das Schlaf-Apnoe-Syndrom ist der Körper einer hohen Belastung ausgesetzt. Die Atemaussetzer führen dazu, dass der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt und das Herz viel Kraft aufwenden muss, um alle Körperteile weiterhin mit Nährstoffen zu versorgen“, sagt Privatdozent Dr. Michael Brehm. Die Folgen des Schlaf-Apnoe-Syndroms reichen von leichtem Bluthochdruck über Herzrhythmusstörungen bis hin zu einem erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. „Deshalb ist es wichtig, das Schnarchen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und der Ursache auf den Grund zu gehen“, rät der Chefarzt. Die Referenten stellen die diagnostischen Möglichkeiten des Schlaflabors vor und beantworten Fragen der Besucher.

Vor dem Vortrag haben Interessierte Gelegenheit, die Wahlleistungsstation des Helios Klinikums Uelzen, eine Station mit mehr Komfort und Service, kennenzulernen. Die Führung beginnt am Mittwoch, 24. April 2019, um 18:15 Uhr an der Information im Haupteingang des Klinikums.

Außerdem informieren ab 18:30 Uhr Mitglieder der Celler Schlafapnoe-Selbsthilfegruppe „Heideschläfer“ um Leiterin Tatjana Döppe an einem Stand im Foyer des Helios Klinikums über die Angebote der Gruppe. Auch nach dem Vortrag beantworten sie Fragen von Interessierten und stehen für Gespräche zur Verfügung.

PR
Fotos: Jochen Quast

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