Uelzener Kita-Kinder als Umweltbotschafter

UELZEN. Der DRK Kindergarten in der Niendorfer Straße stand heute im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Natur und Umwelt“ startete vor drei Wochen bereits das Projekt des Kindergartens, und die 102 Kinder sind mit Herzblut bei der Sache. Es geht bei dem Projekt um den Umweltschutz und die Mülltrennung. In enger Zusammenarbeit mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Uelzen arbeiten der Kindergarten und der awb eng zusammen. Heute haben die kleinen Helferinnen und Helfer vom Uelzener awb ein besonderes Geschenk bekommen; Betriebsleiter Simon George und Abfallberater Andreas Harnisch überreichten den Kindern 100 Kinderschutzhandschuhe.

Kindergartenleiterin Alexandra Karp ist von dem Projekt „Natur und Umwelt“ begeistert. Zusammen mit den Projektleiterinnen Linda Schlesinger und Renate Wallis haben sie bei den Kindern des DRK- Kindergartens einen Nerv getroffen. Beim Thema Umweltschutz und der richtigen Abfallentsorgung mussten auch die Erwachsenen dazulernen. Die Kinder hatten den Dreh schon früh raus und wollten unbedingt weitermachen. Gemeinsam entwickelte man mit den Kindern neue Ideen und brachte die Kinder zum Nachdenken.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Uelzen ist als Partner an der Seite des Kindergartens und unterstützt mit Rat und Tat. Bereits vor einer Woche kam sogar ein echtes Müllfahrzeug zu Besuch in den Kindergarten. Zusammen mit Abfallberater Andreas Harnisch entdeckten die Kinder, dass Müll nicht gleich Müll ist. Während im Kindergarten nun auch die Entsorgung überdacht wurde, sind die Kinder schon mit Ehrgeiz dabei den Müll zu trennen, aber auch Müll zu sammeln. Die Kinder fanden heraus, dass um das Gebäude an der Niendorfer Straße und in der näheren Umgebung viel Müll liegt. Der Umweltschutz packte die Kinder, und gemeinsam mit den Erzieherinnen musste der Müll eingesammelt und korrekt entsorgt werden.

Der awb war von Beginn an begeistert von der tatkräftigen Unterstützung durch die Kinder und wollte sich bei allen heute bedanken. Betriebsleiter Simon George und Abfallberater Andreas Harnisch besorgten die Kinderschutzhandschuhe, damit sich niemand mehr mit altem Plastik, Papier und anderen achtlos weggeworfenen Dingen die Finger schmutzig machen muss.

Die Kinder lieben das Projekt und wollen zu jeder Zeit sich für den Umweltschutz einsetzen. Schlesinger berichtet von einem Besuch der Bücherei. Auf dem Weg konnten die Kinder den vielen Müll auf der Straße nicht hinnehmen und mussten ihn aufsammeln. Nunmehr müssen die Erzieherinnen immer Müllbeutel auf ihren Ausflügen mitnehmen.

Der Slogan des Projektes „Was man liebt wird man schützen“ trifft den Nagel auf den Kopf. Die Kinder werden bei dem wichtigen Thema sensibilisiert und tragen es auch in die Familien hinein. Auch den Eltern wird nun bewusst, dass Recyceln wichtig ist und lernen von ihren Kindern.

Karp betonte jedoch, dass der Kindergarten niemandem etwas aufzwingen möchte und auch die Eltern müssen sich nicht ändern oder unter Druck gesetzt fühlen. Solange die Kinder sich des Themas annehmen und nun wissen, dass Müll nicht auf die Straße gehört, ist ein wichtiges Ziel erreicht.

Der Kindergarten versucht, bei der Bildung der Kinder auf Ganzheitlichkeit zu setzen. Übergreifende Themen, wie die Abfallvermeidung ist ebenfalls wichtig. Immer wieder wundern sich die Erzieherinnen beim bewussten Umgang mit Lebensmitteln über die maßlose Ressourcenverschwendung bei der Verpackung. Der Kindergarten versucht Prozesse umzustellen und den Kindern ein ideales Angebot zu machen. Unter der Zusammenarbeit mit den Eltern und der Kinder auf Nachhaltigkeit zu setzen. Es ist nicht immer leicht, doch auch hier müssen sich die Eltern, die zum Teil selbst beruflich sehr unter Stress stehen unter Druck gesetzt fühlen. Kein Kind wird anders behandelt, nur weil es gekaufte Snacks mitbekommen hat. Doch der Kindergarten greift dies auf und versucht im Gegenzug die eigenen Angebote auszubauen und Prozesse anders zu gestalten, erläutert Karp. Gerade bei der Beschaffung versuche man nun auch vieles selbst herzustellen. Die Kindergartenleiterin verwies auf die eigene Herstellung der Knete und der Kinderschminke. Die Kinder werden dabei immer mit einbezogen, damit sie die Produktionsprozesse verstehen und erkennen, dass die Produkte nicht fertig aus dem Supermarkt kommen.

Simon George und Andreas Harnisch sind nach wie vor von den Kindern begeistert und wollen das Projekt weiter unterstützen. Gemeinsam mit Alexandra Karp möchten sie auch andere Kindertagesstätten und Grundschulen für das Thema begeistern und hoffen, dass weitere Projekte ins Leben gerufen werden.

Zum Schluss überraschten die Kleinen dann ihre großen Helfer der awb mit einem selbstgemachten Bild und einer Projektmappe. Hier konnten die Gruppen des Kindergartens sich kreativ austoben und dem Geschenk einen besonderen Anstrich verpassen. Dieses Präsent wird bei der awb bestimmt einen besonderen Platz finden.
Die Kita sucht immer wieder besondere Themen, damit die Kinder die Welt verstehen und nichts als selbstverständlich ansehen. Neben der selbst gebastelten „Wetterstation“ schauen die Kleinen darauf, was für Obst und Gemüse gerade Saison hat. Eltern errichten demnächst ein Hochbeet, damit hier die Kinder auch selbst Gemüse anpflanzen können. Ein weiteres Projekt, ohne Strom den Alltag zu bestreiten, ist in Planung.

Alexandra Karp und die Erzieherinnen versuchen die Kinder bestmöglich zu betreuen und ihnen wichtige Themen des Lebens beizubringen. Themen, die die Erwachsenen vielleicht schon selbst wieder aus den Augen verloren haben. Die Kinder nehmen das dankend an und werden uns als kleine Botschafter daran erinnern.

Redaktion
Uelzener Presse