Arbeitsmarkt im Januar: Wintermonate mit steigender Arbeitslosigkeit

Landkreise HARBURG/LÜCHOW-DANNENBERG/LÜNEBURG/UELZEN. Im Januar waren bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen 15.356 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenzahl nahm gegenüber Dezember um 1.556 Personen (11,3 Prozent) zu. Im Vergleich zu Januar 2018 verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 389 Personen (2,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag 0,5 Prozentpunkte über dem Dezemberniveau bei 5,0 Prozent. Vor einem Jahr wurde eine Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent verzeichnet.

„Mit den Januarzahlen zeigte sich auch der erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit“, so Kerstin Kuechler-Kakoschke, Vorsitzende Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen. Denn die Wintermonate sind erfahrungsgemäß durch höhere Arbeitslosenzahlen geprägt. Ein Grund dafür sind Entlassungen in witterungsabhängigen Berufen. Für den Februar erwartet die Arbeitsmarktexpertin eine Arbeitslosigkeit auf ähnlichem Niveau, bevor die Frühlingsmonate die Zahlen wieder schmelzen lassen. Neben der jahreszeitlich bedingten Eintrübung im Januar auf Seiten der Arbeitsuchenden startete der Stellenmarkt mit einem deutlichen Plus ins Jahr. „Nicht nur der Stellenbestand an sich, auch die Zahl der neu gemeldeten Stellen zeigte im Januar deutliche Zuwächse“, führt die Agenturchefin aus.

Für die Schülerinnen und Schüler im letzten Schuljahr gab es jetzt die Halbjahreszeugnisse. Für sie geht es damit in den Endspurt um einen Ausbildungsplatz. „Die Palette der Ausbildungsmöglichkeiten in unserer Region ist breit gefächert und bietet für alle Schulabschlüsse Einstiegsmöglichkeiten“, führt Kuechler-Kakoschke aus. Für Absolvierende der Haupt- und Realschulzweige ist die klassische duale Ausbildung im Fokus. Noch unbekannter ist in diesem Bereich die so genannte gestufte Ausbildung. „Jugendliche, die einen Hauptschulabschluss erreicht haben und nicht eine weitere schulische Schleife drehen, sondern ins Berufsleben starten möchten, ist das eine gute Möglichkeit“, so Kuechler-Kakoschke. Während einer zweijährigen betrieblichen Ausbildungszeit in einem anerkannten Ausbildungsberuf erreichen sie beispielsweise den Abschluss als Verkäufer/in oder Hochbaufacharbeiter. Anschließend können sie die Ausbildung, die je nach Beruf ein oder anderthalb Jahre dauert, zum/zur Einzelhandelskaufmann/frau oder zum/zur Maurer/in anschließen. Die gestufte Ausbildung gibt es in den unterschiedlichsten Berufen. „Wer jetzt in der Abschlussklasse ist, sollte nicht länger warten und jetzt den Kontakt zur Berufsberatung suchen und sich so optimal für den Berufseinstieg vorbereiten – egal, von welchem Schulzweig“, betont die Arbeitsmarktexpertin.

Arbeitslose Geflüchtete
Für den Dezember belief sich die Zahl der arbeitslosen Geflüchteten, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk Lüneburg-Uelzen um Arbeit oder Ausbildung bemühen, auf 1.176 Arbeitslose (Vormonat: 1.004) im Kontext von Fluchtmigration[1].

Landkreis Harburg: 396 (Vormonat: 308)
Landkreis Lüchow-Dannenberg: 42 (Vormonat: 41)
Landkreis Lüneburg: 646 (Vormonat: 560)
Landkreis Uelzen: 92 (Vormonat: 95)

Entwicklung nach Rechtskreisen
Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich in beiden Rechtskreisen – Drittes Sozialgesetzbuch (SGB III) – Arbeitslosenversicherung – sowie Zweites Sozialgesetzbuch (SGB II) unterschiedlich. Im Rechtskreis SGB III lag die Arbeitslosenzahl im Januar bei 6.517 Personen und nahm gegenüber Dezember um 1.072 Personen (19,7 Prozent) zu. Verglichen mit dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um 57 Personen (0,9 Prozent). Im Rechtskreis SGB II wurden 8.839 Arbeitslose registriert und damit 484 Personen (5,8 Prozent) mehr als im Dezember. Im Vorjahresvergleich sank die Arbeitslosigkeit um 446 Arbeitslose (4,8 Prozent).

Stellenmarkt
Im Januar waren beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagenturen und Jobcenter 5.074 Stellenangebote gemeldet. Damit nahm der Stellenbestand gegenüber Dezember um 49 Stellen (1,0 Prozent) und verglichen mit dem Vorjahresmonat um 309 Stellen (6,5 Prozent) zu. Im Monatsverlauf meldeten Unternehmen insgesamt 1.185 neue Stellenangebote. Die meisten Stellenzugänge kamen aus den Bereichen Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (429 Stellen, darunter: Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften mit 362 Stellen), Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz (202 Stellen), Gesundheits- und Sozialwesen (127 Stellen), Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (113 Stellen) sowie Verarbeitendes Gewerbe (73 Stellen).

Unterbeschäftigung
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Zur Unterbeschäftigung zählen die Arbeitslosen und solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen[2] gefördert werden. Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im Januar bei 19.904 und nahm gegenüber Dezember um 1.138 Personen (6,1 Prozent) zu. Verglichen mit Januar 2018 verringerte sie sich um 602 Personen (2,9 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 6,4 Prozent und damit über dem Vormonatsniveau (6,1 Prozent). Vor einem Jahr lag die Quote bei 6,8 Prozent.

Ausbildungsmarkt
Seit Oktober wurden den Arbeitsagenturen in Buchholz, Lüchow, Lüneburg, Uelzen und Winsen insgesamt 2.097 Ausbildungsstellen gemeldet. Dies waren 35 Stellen (1,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig suchten 2.059 Jugendliche die Berufsberatung auf. Das waren 169 Mädchen und Jungen (7,6 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Lüneburg-Uelzen

Die Arbeitslosenzahl nahm gegenüber dem Vormonat saisonbedingt zu und lag weiterhin unter dem Vorjahresniveau.

Arbeitslosenquoten
alle zivilen Erwerbspersonen

Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen gesamt: 5,0%

Unterbeschäftigung[3] auf Ebene der Landkreise:
Harburg: 7.099 (Vormonat: +451/+6,8% Vorjahresmonat: -241/-3,3%)
Lüchow-Dannenberg: 2.188 (Vormonat: +118/+5,7% Vorjahresmonat: -194/-8,1%)
Lüneburg: 7.262 (Vormonat: +323/+4,7% Vorjahresmonat: -26/-0,4%)
Uelzen: 3.356 (Vormonat: +248/+8,0% Vorjahresmonat: -140/-4,0%)

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