Arbeitsmarkt im Dezember: Moderater Anstieg der Arbeitslosigkeit

Landkreis UELZEN. Im Dezember waren bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen 13.800 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenzahl nahm gegenüber November geringfügig um 53 Personen (0,4 Prozent) zu. Im Vergleich zu Dezember 2017 verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 744 Personen (5,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote blieb auf dem Novemberniveau bei 4,5 Prozent.

Vor einem Jahr wurde noch eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent verzeichnet. „Steigende Arbeitslosenzahlen sind typisch für die Wintermonate. In diesem Jahr fiel das Plus jedoch ungewöhnlich niedrig aus“, so Kerstin Kuechler-Kakoschke, Vorsitzende Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen, „Ein Grund dafür war unter anderen, dass es weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit gab, sich also weniger Menschen arbeitslos meldeten als im November“. In den Landkreisen Harburg und Lüneburg führte dies sogar zu leicht rückläufigen Arbeitslosenzahlen. Für die kommenden Monate rechnet die AgAenturchefin mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit. Erfahrungsgemäß melden sich in den ersten Monaten eines Jahres junge Fachkräfte arbeitslos, die nach dem Ende ihrer 3,5-jährigen Ausbildung nicht im Ausbildungsbetrieb bleiben konnten. Die Arbeitsagentur rät den angehenden Fachkräften, rechtzeitig zu klären, ob eine Übernahme erfolgt und sich dann arbeitsuchend zu melden. „Die Chancen sind gut, schnell eine neue Beschäftigung zu finden. Wer sich frühzeitig meldet und beraten lässt, kann damit vielleicht sogar vermeiden, arbeitslos zu werden“, verdeutlicht Kuechler-Kakoschke. Im Dezember waren 1.287 junge Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, sieben Personen (0,5 Prozent) mehr als im November und 121 Personen (8,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Arbeitslose Geflüchtete
Für den November belief sich die Zahl der arbeitslosen Geflüchteten, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk Lüneburg-Uelzen um Arbeit oder Ausbildung bemühen, auf 1.004 Arbeitslose (Vormonat: 1.038) im Kontext von Fluchtmigration.

Landkreis Harburg: 308 (Vormonat: 329)
Landkreis Lüchow-Dannenberg: 41 (Vormonat: 43)
Landkreis Lüneburg: 560 (Vormonat: 565)
Landkreis Uelzen: 95 (Vormonat: 101)

Entwicklung nach Rechtskreisen
Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich in beiden Rechtskreisen – Drittes Sozialgesetzbuch (SGB III) – Arbeitslosenversicherung – sowie Zweites Sozialgesetzbuch (SGB II) unterschiedlich. Im Rechtskreis SGB III lag die Arbeitslosenzahl im Dezember bei 5.445 Personen und nahm gegenüber November um 151 Personen (2,9 Prozent) zu. Verglichen mit dem Vorjahresmonat verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 88 Personen (1,6 Prozent). Im Rechtskreis SGB II wurden 8.355 Arbeitslose registriert und damit 98 Personen (1,2 Prozent) weniger als im November. Im Vorjahresvergleich sank die Arbeitslosigkeit um 656 Arbeitslose (7,3 Prozent).

Stellenmarkt
Im Dezember waren beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagenturen und Jobcenter 5.025 Stellenangebote gemeldet. Damit nahm der Stellenbestand gegenüber November um 179 Stellen (3,4 Prozent) und verglichen mit dem Vorjahresmonat um 338 Stellen (6,3 Prozent) ab. Im Monatsverlauf meldeten Unternehmen insgesamt 911 neue Stellenangebote. Die meisten Stellenzugänge kamen aus den Bereichen Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (242 Stellen, darunter: Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften mit 218 Stellen), Handel; Gesundheits- und Sozialwesen (154 Stellen), Instandhaltung und Reparatur von Kfz (133 Stellen), Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (69 Stellen) sowie Verarbeitendes Gewerbe (67 Stellen).

Unterbeschäftigung
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Zur Unterbeschäftigung zählen die Arbeitslosen und solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen2 gefördert werden. Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im Dezember bei 18.743 und nahm gegenüber November um 149 Personen (0,8 Prozent) zu. Verglichen mit Dezember 2017 verringerte sie sich um 793 Personen (4,1 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 6,1 Prozent und damit über dem Vormonatsniveau (6,0 Prozent). Vor einem Jahr lag die Quote bei 6,4 Prozent.

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