Arbeitsmarkt im Juni: Weniger Arbeitslose, mehr freie Stellen

UELZEN. Im Juni waren bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen 14.434 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenzahl nahm gegenüber Mai um 57 Personen (0,4 Prozent) ab. Im Vergleich zu Juni 2017 verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 742 Personen (4,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag bei 4,7 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr wurde noch eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent verzeichnet.

Arbeitslosenzahl: 14.434 Arbeitslosenquote (Vorjahreswert): 4,7% (5,1%)
ggü. Vormonat: -57/-0,4% Stellenzugang (ggü. Vorjahresmonat):    1.337 (+3,4%)
ggü. Vorjahresmonat: -742/-4,9% Stellenbestand (ggü. Vorjahresmonat):    5.264 (+8,1%)

Die Arbeitslosenzahl ist im Juni nur leicht gesunken – eine typische Entwicklung, die die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen Kerstin Kuechler-Kakoschke folgendermaßen erklärt: „In den Sommermonaten melden sich vermehrt junge Erwachsene nach ihrem Ausbildungs- oder Schulende arbeitslos. Der regionale Arbeitsmarkt zeichnet sich aber durch eine stabile Gesamtentwicklung aus und konnte diese Zugänge weitgehend kompensieren“. Im Juni waren insgesamt 1.460 Jüngere unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet und damit 73 Personen (5,3 Prozent) mehr als im Mai und 108 Personen (6,9 Prozent) weniger als im vor einem Jahr. Für den Juli rechnet die Agenturchefin mit einer steigenden Arbeitslosigkeit: „Erfahrungsgemäß wird die Arbeitslosigkeit im Juli zunehmen. Mit dem Ausbildungsbeginn ab August und dem Start des Wintersemesters wird sich die Situation wieder deutlich entspannen“.

Die solide Basis des regionalen Arbeitsmarktes macht die Arbeitsmarktexpertin an mehreren Punkten fest. So ist die Arbeitskräftenachfrage ist mit fast 5.300 freien Stellen weiterhin ungebrochen. „Die Unternehmen suchen überwiegend Fachkräfte. Diese Situation eröffnet aber auch Chancen für Ungelernte, die bereit sind sich zu qualifizieren“, betont Kuechler-Kakoschke und weist auf Förderprogramme der Arbeitsagenturen und Jobcenter zur beruflichen Weiterbildung hin. Zugleich ist die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. So waren im Juni vor fünf Jahren noch fast 2.900 Frauen und Männer (17 Prozent) mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als aktuell.

Arbeitslose Geflüchtete

Für den Mai belief sich die Zahl der arbeitslosen Geflüchteten, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk Lüneburg-Uelzen um Arbeit oder Ausbildung bemühen, auf 1.096 Arbeitslose (Vormonat: 994) im Kontext von Fluchtmigration Nicht in der Zahl enthalten, sind die Geflüchteten, die sich aktuell in Sprach-, Qualifizierungs- oder Integrationskursen befinden..

Landkreis Harburg: 375 (Vormonat: 339)
Landkreis Lüchow-Dannenberg: 38 (Vormonat: 32)
Landkreis Lüneburg: 554 (Vormonat: 503)
Landkreis Uelzen: 129 (Vormonat: 120)

Entwicklung nach Rechtskreisen

Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich in beiden Rechtskreisen – Drittes Sozialgesetzbuch (SGB III) – Arbeitslosenversicherung – sowie Zweites Sozialgesetzbuch (SGB II) rückläufig. Im Rechtskreis SGB III lag die Arbeitslosenzahl im Juni bei 5.519 Personen und nahm gegenüber Mai um 21 Personen (0,4 Prozent) ab. Verglichen mit dem Vorjahresmonat verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 283 Personen (4,9 Prozent). Im Rechtskreis SGB II wurden 8.915 Arbeitslose registriert und damit 36 Personen (0,4 Prozent) weniger als im Mai. Im Vorjahresvergleich sank die Arbeitslosigkeit um 459 Arbeitslose (4,9 Prozent).

Stellenmarkt

Im Juni waren beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagenturen und Jobcenter 5.264 Stellenangebote gemeldet. Damit nahm der Stellenbestand gegenüber Mai um 36 Stellen (0,7 Prozent) und verglichen mit dem Vorjahresmonat um 396 Stellen (8,1 Prozent) zu. Im Monatsverlauf meldeten Unternehmen insgesamt 1.337 neue Stellenangebote. Die meisten Stellenzugänge kamen aus den Bereichen Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (357 Stellen, darunter: Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften mit 309 Stellen), Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz (317 Stellen), Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung (96 Stellen), Gesundheits- und Sozialwesen (95 Stellen) sowie Baugewerbe (89 Stellen).

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Zur Unterbeschäftigung zählen die Arbeitslosen und solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Gründungszuschuss etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können. gefördert werden. Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im Juni bei 19.391 und nahm gegenüber Mai um 169 Personen (0,9 Prozent) ab. Verglichen mit Juni 2017 verringerte sie sich um 1.027 Personen (5,0 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 6,3 Prozent und verblieb auf dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag die Quote bei 6,7 Prozent.

Ausbildungsmarkt

Seit Oktober wurden den Arbeitsagenturen in Buchholz, Lüchow, Lüneburg, Uelzen und Winsen insgesamt 2.771 Ausbildungsstellen gemeldet. Dies waren 36 Stellen (1,3 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig suchten 3.535 Jugendliche die Berufsberatung auf. Das waren 102 Mädchen und Jungen (2,8 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Ende Juni waren noch 1.265 Ausbildungsstellen unbesetzt und 1.444 Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle.